Sonntag, 28. Oktober 2007

3.Kreisliga Nord Jungen
Bayerischer TTV - Unterfranken - Main-Spessart
Spielzeit 2007/2008

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E I N Z E L B I L A N Z
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David Dill
3.Kreisliga Nord Jungen - TV 1901 Mittelsinn III


Spielerinformation:
Name: Dill
Vorname: David
Mannschaft: TV 1901 Mittelsinn III
SB-Nummer: 703026112
Spielklasse: 3.Kreisliga Nord Jungen
Ausländerstatus: ---
Jugendstatus:
Leistungsklasse: D
RL-Position VR: 15
RL-Position RR: 15


Aktuelle Bilanz:


Bilanz
Sp.
Pos 1
Pos 2
Pos 3
Pos 4
VR/RR
Quotient
15 David Dill
4:2
4
0





2:2

2:0
4:2

3.33
-
3.33


Head-2-Head: SpVgg Stetten - TV 1901 Mittelsinn III 4:8

Datum Gegner P Sätze H/A VR/RR Mannschaft Erg.
Alexander Zink - David Dill6:11 , 11:9 , 11:5 , 14:12 3:1
');"> 26.10.07 Alexander Zink 3 1:3 A VR SpVgg Stetten 8:4 SpVgg Stetten - TV 1901 Mittelsinn III 4:8

Martin Sauer - David Dill4:11 , 10:12 , 6:11 0:3
');"> 26.10.07 Martin Sauer 4 3:0 A VR SpVgg Stetten 8:4 TSV Langenprozelten III - TV 1901 Mittelsinn III 3:8

Fabian Stadler - David Dill13:15 , 11:6 , 11:7 , 11:7 3:1
');"> 17.10.07 Fabian Stadler 3 1:3 A VR TSV Langenprozelten III 8:3 TSV Langenprozelten III - TV 1901 Mittelsinn III 3:8

Rouven Wirth - David Dill6:11 , 9:11 , 10:12 0:3
');"> 17.10.07 Rouven Wirth 4 3:0 A VR TSV Langenprozelten III 8:3 TV 1901 Mittelsinn III - TSV 1891 Himmelstadt III 8:0

David Dill - Simon Schmitt11:0 , 11:4 , 11:4 3:0
');"> 06.10.07 Simon Schmitt 3 3:0 H VR TSV 1891 Himmelstadt III 8:0 TV 1901 Mittelsinn III - TSV Wolfsmünster II 8:0

David Dill - Florian Brönner11:6 , 11:7 , 11:6 3:0
');"> 22.09.07 Florian Brönner 3 3:0 H VR TSV Wolfsmünster II 8:0



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Montag, 17. September 2007

Sonntag, 2. September 2007

MP3-Player Produktberater

Früher gab es den iPod und dann lange nichts. Heute dagegen ist das Angebot an Mp3-Playern gigantisch. Um Ihnen bei der Kaufentscheidung zu helfen, stellen wir Ihnen in diesem Überblick die wichtigsten Kriterien vom Speicherplatz bis hin zu den vielfältigen Extras vor.

iPod gegen den Rest?

Apples iPod war zwar nicht der erste MP3-Player, verhalf den kleinen Musikabspielern aber zum Durchbruch und galt lange Zeit als das Nonplusultra. Heute haben die anderen Hersteller aufgeholt und die Entscheidung für einen Player fällt längst nicht mehr so leicht. Achten Sie beim Kauf also nicht allein auf die Marke, sondern vergleichen Sie zunächst Leistung und Preise der verschiedenen Player. Die wichtigsten Kriterien für Ihre Wahl finden Sie im folgenden Überblick.

Unser Tipp: Bei billiger.de finden Sie eine Vielzahl von Testberichten zu jedem Produkt. Hier finden Sie auch die Angaben, die von den Herstellern unter Umständen nicht gemacht werden.

Speichergröße und Gewicht

Neben dem Preis sind die wichtigsten Kriterien beim Kauf eines MP3-Players die Größe des Speichers, also wie viele Musikstücke auf den Player passen, und das davon maßgeblich abhängige Gewicht. Als Faustregel gilt dabei: Je größer der Speicher, desto größer und schwerer der Player. Natürlich steigt auch der Preis mit der Speichergröße, wobei hier die Unterschiede zwischen den verschiedenen Marken sehr groß sein können.

Die Zahl der speicherbaren Musikstücke ist abhängig von der Größe der einzelnen Dateien, die wiederum durch die Kompressionsrate bestimmt wird, also wie gut der Klang eines Songs ist. Eine MP3-Datei von etwa 5 Minuten Länge ist bei der Standard-Bitrate von 128 kb/s etwa 5 MB groß. Bei einer höheren Bitrate von 192 kb/s sind es schon 7 MB, und mit diesem Wert können Sie auch bei Dateien mit variabler Bitrate rechnen. Wie viele Musikstücke nach diesen Richtwerten ungefähr auf einen Player passen, sehen Sie in der folgenden Tabelle.

512 MB1 GB2 GB4 GB8 GB10 GB
128 kb/s~ 120~ 250~ 500~ 1.000~ 2.000~ 2.500
192 kb/s~ 70~ 145~ 290~ 580~ 1.150~ 1.460

Vorsicht ist übrigens bei den Herstellerangaben zur Anzahl der speicherbaren Musikstücke geboten. Schauen Sie nach, auf welchen Songlängen und welchen Kompressionsraten die Angaben basieren. Geht der Hersteller etwa von der (meist nicht gut klingenden) Rate von nur 64 kb/s und nur 3 Minuten Länge aus, können Sie die Angabe der maximalen Songs zumindest halbieren.

Die Speichergröße des Players macht sich auch beim Gewicht bemerkbar. Für Größen bis 8 Gigabyte (GB) wird in der Regel der leichtere Flash-Speicher verwendet, in den größeren Playern befindet dagegen eine schwerere Festplatte. Wollen Sie den Player etwa beim Joggen nutzen, empfiehlt sich also eher ein kleines Modell mit nur 1 oder 2 GB Flash-Speicher, das dann aber auch weniger als 30 Gramm wiegt und nicht so empfindlich auf Erschütterungen reagiert. Ein 60-GB-Player, auf dessen Festplatte das komplette Musik- und Videoarchiv passt, wiegt dagegen mindestens 150 Gramm.

Tipp: Bei billiger.de können Sie alle Angebote nach dem Speicherplatz und dem Gewicht filtern.

Klangqualität

Für einen guten Sound sind nicht nur Kompression und Format der Audiodatei entscheidend, sondern auch die Klangqualität des Players und der Kopfhörer. Wie gut ein Player klingt, lässt sich allerdings nur bedingt aus den technischen Daten oder dem Preis ableiten. Werfen Sie stattdessen einen Blick auf die Testberichte und Nutzermeinungen bei billiger.de.

Verarbeitung, Bedienung und Display

Auch die äußere Gestaltung und Verarbeitung, sowie die Menüs und die Navigation des Players sind wichtige Kriterien. Wie robust ist das Gerät? Wie gut ist das Display bei Sonne lesbar? Wie gut sind Tasten auch ohne hinzuschauen zu finden? Wie lange dauert es, einen bestimmten Song auszuwählen? Welche Einstellungsmöglichkeiten gibt es für die Benutzeroberfläche? Für die Beantwortung dieser Fragen sind die technischen Daten erneut nicht sehr hilfreich - im Gegensatz zu den Testberichten und Nutzermeinungen bei billiger.de.

Deutliche Unterschiede gibt es auch beim Display: Manche Player kommen ganz ohne aus, oder haben nur einen kleinen, monochromen Bildschirm für die nötigsten Informationen, während andere mit einem großen und hochauflösenden Farb-Display ausgerüstet sind.

Unterstützte Audio- und Dateiformate

Das Standard-Format für Musik-Dateien ist MP3, es gibt aber noch andere weit verbreitete Audioformate, wie z.B. WMA (Windows Media Audio), WAV und ACC, die nicht von jedem Player unterstützt werden. Achten Sie also darauf, dass Ihre möglicherweise schon vorhandene Musiksammlung vom Player auch abgespielt werden kann. Das gilt auch für die verschiedenen Bild- und Videoformate. Alle Angaben zu den unterstützten Formaten finden Sie im Datenblatt.

Tipp: Bei billiger.de können Sie alle MP3-Player nach den unterstützten Audioformaten filtern.

Stromversorgung und Betriebszeit

Die meisten kleinen und fast alle großen Player werden mit einem fest integrierten Akku betrieben, der auf unterschiedliche Weise aufgeladen werden kann: So müssen manche Player zum Aufladen an einen Computer angeschlossen werden, was dauern und damit sehr lästig sein kann - oder etwa im Urlaub unmöglich. Andere Player können alternativ auch per Netzteil oder Ladestation aufgeladen werden, die aber nicht immer im Lieferumfang enthalten sind. In einigen kleineren Playern kommen auch normale Batterien oder Akkus zum Einsatz, die zwar meist vergleichsweise schnell entladen sind, aber dafür überall problemlos ersetzt werden können.

Alle Angabe n zu Stromversorgung und Betriebszeit finden Sie im jeweiligen Datenblatt und den entsprechenden Testberichten bei billiger.de.

Schnittstellen und Software

Um Musik auf den Player zu kopieren (und teilweise um ihn aufzuladen), schließen Sie ihn in der Regel über eine USB-Schnittstelle an einen Computer an, entweder per Kabelverbindung, Dockingstation oder direkt. Eine Ausnahme sind die Player, in die Sie eine Speicherkarte einsetzen können, für die Sie dann natürlich einen Kartenleser am PC brauchen.

Für manche Modelle müssen Sie außerdem zwangsläufig die passende Software installieren, weil der Player sonst nicht vom Betriebssystem erkannt wird. Das hat den Vorteil, dass Hard- und Software aufeinander abgestimmt sind, aber auch den Nachteil, dass Sie den Player nur an diesem Rechner ohne weiteres verwenden können. Zudem werden nicht immer alle Betriebssysteme von der Software unterstützt. Andere Player werden dagegen ohne Installation als Wechselmedium erkannt und können dann über die normale Dateiverwaltung (bei Windows den Explorer) mit Musik oder anderen Daten gefüllt werden.

Unser Tipp: Im Datenblatt sind die Schnittstellen und die möglicherweise benötigte Software aufgelistet, und auch in den Testberichten bei billiger.de finden Sie hilfreiche Angaben und Bewertungen.

Verfügbares Zubehör

Interessant ist nicht nur der Lieferumfang des Players, sondern auch und das dafür verfügbare Zubehör. Das Angebot kann dabei von Armbändern über Lautsprecher bis hin zum Zigarettenanzünder-Adapter reichen. Prüfen Sie deshalb auch, welches Zubehör für Ihren Wunsch-Player verfügbar und für Sie interessant ist: Zubehör für MP3-Player & Mediaplayer

Weitere Kriterien und Funktionen

MP3- und Mediaplayer haben heute eine Vielzahl von meist weniger wichtigen Zusatzfunktionen, deren Vergleich sich aber dennoch lohnen kann. So hat der eine Player viele Organizer-Funktionen, der nächste ist stattdessen mit einem Radio ausgestattet, während ein dritter mit einem 15-Kanal-Equalizer glänzt. Wie die gut das alles tatsächlich funktioniert, lesen Sie in den Testberichten bei billiger.de.

Alternativen

Natürlich lassen sich auch andere Geräte zum Abspielen von digitalen Musikstücken oder Videos verwenden. Neuere Mobiltelefone etwa können z.B. per PC-Verbindung oder Speicherkarte mit Musik versorgt werden, und auch Sonys PlayStation Portable (PSP) eignet sich nicht nur zum Spielen, sondern eben auch als MP3- und Video-Player.

Da die integrierten Player aber nur eine Funktion von vielen sind, können Klangqualität und Funktionsumfang unter Umständen sehr zu wünschen übrig lassen. Auch hier empfehlen wir Ihnen die zahlreichen Testberichte zu den verschiedenen Multi-Media-Geräten.

Sonntag, 26. August 2007

FAQ Service Empfang N24-TV

FAQ Service Empfang N24-TV: "Vergrößern Vergrößern MEHR ZUM THEMA Netzanbieter Kabeldeutschland Netzanbieter ISH Netzanbieter Kabel-BW Netzanbieter IESY DVB-T Ueberallfernsehen DVB-T-Portal Fragen zum Empfang Wichtig für Anfragen zu Störungen etc. ist zunächst die Empfangsart Satellit: N24 wird über die Satelliten von SES - ASTRA ausgestrahlt und ist damit fast überall in Europa zu empfangen. Digitaler Empfang NEU: Die Free-TV-Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe wechseln ihren digitalen Satellitentransponder. Ab dem 2. April 2007 werden Sat.1, ProSieben, kabel eins, N24 und 9Live über den Transponder 107 ASTRA 19,2° Ost ausgestrahlt. Durch die Umstellung auf Transponder 107 wird die technische Sendequalität deutlich verbessert, da der neue Transponder ausschließlich durch Programme der ProSiebenSat.1 Media AG belegt ist und die zur Verfügung stehenden Datenkapazitäten flexibler genutzt werden können. Die Umstellung betrifft ausschließlich digitale Satellitenhaushalte. Für Zuschauer, die die Programme der ProSiebenSat.1-Gruppe über analoge Satellitenempfänger, Kabel, DVB-T oder DSL empfangen, ändert sich nichts. In einer Übergangsphase werden die Programme bis zum 31. Juli 2007 auf beiden Transpondern parallel ausgestrahlt. Damit haben alle Kunden genügend Zeit, die Neueinstellung vorzunehmen. Zuschauer find"

Der 3. Spieltag der Fußball-Bundesliga

Der 3. Spieltag der Fußball-Bundesliga: "Hannover 96 hat den Bayern nichts entgegen zu setzen. Luca Toni, Mark van Bommel und Hamit Altintop sorgen für einen klaren Sieg. (AP) // Send a friend"

Der 3. Spieltag der Fußball-Bundesliga

Der 3. Spieltag der Fußball-Bundesliga: "FC Bayern München - Hannover 96 3:0 Der FC Bayern München bleibt Bundesliga-Spitzenreiter. Mit 9 Punkten, 10 Toren und keinem einzigen Gegentreffer beeindrucken die Bayern zu Saisonbeginn. (dpa) // Send a friend"

Samstag, 25. August 2007

Universum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Dieser Artikel behandelt den Begriff Universum aus astronomischer Sicht. Für andere Bedeutungen, siehe Universum (Begriffsklärung).
Hubble Deep Field

Das Hubble Ultra Deep Field: der bislang
tiefste Blick ins Universum.

Vermutete Daten
Alter 4,32 (±0,17) 1017 s
13,7 (±0,5) · 109 Jahre (13,7 Mrd. Jahre)
Durchmesser* 9,08 (±0,4) 1026 m

96 (±4) · 109 Lichtjahre (96 (±4) Mrd. Lichtjahre)

Masse* 8,5 · 1052 bis 1053 kg
Anzahl Galaxien* 1011
100 Mrd.
Anzahl Teilchen* 1078 bis 1085
Anzahl Photonen* 1088
Heutige Temperatur 2,725 K
−270,425 °C
Mittlere Materiedichte 2,3 · 10−26 kg m-3
Kritische Dichte 9,7 · 10−26 kg m-3
Hubble-Konstante 2,4 (±0,1) 10−18 s-1

74 (±3) km s-1·Mpc-1

* bezogen auf das beobachtbare Universum.

Als Universum (von lat.: universus „gesamt“, von unus und versus „in eins gekehrt“) wird allgemein die Gesamtheit aller Dinge und Objekte bezeichnet. Im Speziellen meint man damit den Weltraum, auch Weltall oder Kosmos (von griechisch κόσμος kósmos „(Welt-)Ordnung“, „Schmuck“, „Anstand“; das Gegenstück zum Chaos) und bezeichnet die Welt bzw. das Weltall sowohl als das sichtbare Universum als auch als geordnetes, harmonisches Ganzes.

Der Begriff Universum wurde von Philipp von Zesen durch den Ausdruck Weltall eingedeutscht. Mit dem Begriff Weltraum wird oft nur der Raum außerhalb der Erdatmosphäre bezeichnet. Da der Übergang von der Erdatmosphäre zum Weltraum fließend ist, existieren mehrere festgelegte Grenzen. International anerkannt ist die Definition der Fédération Aéronautique Internationale, nach der der Weltraum in einer Höhe von 100 Kilometern beginnt. Nach der Definition der NASA und der US Air Force beginnt der Weltraum bereits in einer Höhe von etwa 80 Kilometern (50 Meilen) über dem Boden.

Inhaltsverzeichnis

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Allgemeines [Bearbeiten]

Die heute allgemein anerkannte Theorie zur Beschreibung der großräumigen Struktur des Universums ist die allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein. Auch die Quantenphysik hat wichtige Beiträge zum Verständnis speziell des frühen Universums geliefert, in dem die Dichte und Temperatur sehr hoch waren und viele Prozesse unter Beteiligung von Elementarteilchen abliefen (Astroteilchenphysik). Wahrscheinlich wird ein erweitertes Verständnis des Universums erst erreicht, wenn die Physik eine Theorie entwirft, die die allgemeine Relativitätstheorie mit der Quantenphysik vereint. Diese wird T.O.E. (Theory Of Everything) oder auch Weltformel genannt. In dieser Theorie der Quantengravitation sollen die vier Grundkräfte der Physik (elektromagnetische Kraft, Gravitation, starke und schwache Kernkraft) einheitlich erklärt werden. Manche Physiker vermuten heute, dass es sogar noch eine fünfte Kraft geben könnte. Dies könnte unter Umständen auch erklären, warum es den Physikern nicht gelingt, die allgemeine Relativitätstheorie mit der Quantenphysik in Einklang zu bringen. Schon Albert Einstein hat sich viele Jahre um die Aufstellung einer solchen allumfassenden Theorie bemüht - ohne Erfolg. Zudem waren in seinem Konzept die starke und schwache Wechselwirkung nicht enthalten, so dass seine Suche nach der Weltformel auch von daher - weil unvollständig - zum Scheitern verurteilt war. Erst in den 1960er Jahren standen die mathematischen Voraussetzungen für die Entwicklung einer Vereinigungstheorie zur Verfügung - und die Jagd der Physiker nach diesem großem einheitlichen Bild von der Welt begann.

Die Kosmologie, ein Teilgebiet sowohl der Physik als auch der Philosophie, befasst sich mit dem Studium des Universums und versucht Eigenschaften des Universums wie beispielsweise die Frage nach der Feinabstimmung der Naturkonstanten zu beantworten.

Alter und Zusammensetzung [Bearbeiten]

Universum – C. Flammarion, Holzschnitt, Paris 1888, Kolorit: Heikenwaelder Hugo, Wien 1998
Universum – C. Flammarion, Holzschnitt, Paris 1888, Kolorit: Heikenwaelder Hugo, Wien 1998

Die klassische und heute weithin anerkannte Urknalltheorie geht davon aus, dass das Universum in einem bestimmten Augenblick, dem Urknall (engl. Big Bang), aus einer Singularität heraus entstand und sich seitdem ausdehnt. Allerdings bleibt in diesem Modell offen, was vor dem Urknall war und wodurch er verursacht wurde. Zeit, Raum und Materie sind jedoch gemäß der Urknalltheorie erst mit dem Urknall entstanden. Dadurch wird der Frage nach dem „davor“ die Grundlage entzogen, denn einen Raum, in dem etwas hätte stattfinden können, gab es vor dem Urknall (per Definition) nicht. Hinzu kommt, dass ein Zeitpunkt vor dem Urknall rein physikalisch auch nicht definierbar ist. Da die naturwissenschaftlichen Gesetze für die extremen Bedingungen während der ersten etwa 10−43 Sekunden (Planck-Zeit) nach dem Urknall nicht bekannt sind, beschreibt die Theorie den eigentlichen Vorgang strenggenommen überhaupt nicht. Erst nach Ablauf dieser Planck-Zeit können die weiteren Abläufe physikalisch nachvollzogen werden. So lässt sich dem frühen Universum z. B. eine Temperatur von 1,4 · 1032 K (Planck-Temperatur) zuordnen.

Das Alter des Universums ist aufgrund von Präzisionsmessungen des Satelliten WMAP mit 13,7 Milliarden Jahren relativ genau abschätzbar. Dieses Alter kann auch durch Extrapolation von der momentanen Expansionsgeschwindigkeit des Universums auf den Zeitpunkt, an dem das Universum in einem Punkt komprimiert war, berechnet werden. Diese Berechnung hängt aber stark von der Zusammensetzung des Universums ab, da Materie bzw. Energie durch Gravitation die Expansion verlangsamen. Die bisher nur indirekt nachgewiesene Dunkle Energie kann die Expansion allerdings auch beschleunigen. So können verschiedene Annahmen über die Zusammensetzung des Universums zu verschiedenen Altersangaben führen. Durch das Alter der ältesten Sterne kann eine untere Grenze für das Alter des Universums angegeben werden. Im aktuellen Standardmodell stimmen beide Methoden sehr gut überein.

Sämtliche Berechnungen für das Alter des Universums setzen voraus, dass der Urknall tatsächlich als zeitlicher Beginn des Universums betrachtet werden kann, was wegen Unkenntnis der physikalischen Gesetze für den Zustand unmittelbar nach Beginn des Urknalls nicht gesichert ist. Zwar kann ein statisches Universum, das unendlich alt und unendlich groß ist, ausgeschlossen werden, nicht jedoch ein dynamisches unendlich großes Weltall. Dies wird unter anderem durch die beobachtete Expansion des Weltalls begründet. Des Weiteren wies schon der Astronom Heinrich Wilhelm Olbers darauf hin, dass bei unendlicher Ausdehnung und unendlichem Alter eines statischen Universums der Nachthimmel hell leuchten müsste (Olberssches Paradoxon), da jeder Blick, den man gen Himmel richtet, automatisch auf einen Stern fallen müsste. Ist das Universum allerdings unendlich groß, hat aber nur ein endliches Alter, so hat uns das Licht von bestimmten Sternen einfach noch nicht erreicht.

Im intergalaktischen Raum (siehe auch Galaxie) beträgt die Materiedichte etwa ein Wasserstoff-Atom pro Kubikmeter, innerhalb von Galaxien ist sie jedoch wesentlich höher. Desgleichen ist der Raum von Feldern und Strahlung durchsetzt. Die Temperatur der Hintergrundstrahlung beträgt derzeit 2,7 Kelvin (also ca. −270 °C). Sie entstand 380.000 Jahre nach dem Urknall und wird auch als Geburtsschrei unseres Universums bezeichnet. Das Universum besteht nur zu einem kleinen Teil aus uns bekannter Materie und Energie (4 %), von der wiederum nur 10% Licht aussendet und dadurch sichtbar ist; den größten Teil macht eine, durch eine Vielzahl von Beobachtungen indirekt nachgewiesene, aber bis heute weitgehend unverstandene „dunkle Materie“ (23 %) und die „dunkle Energie“ (73 %) aus, die für die beschleunigte Expansion verantwortlich ist.[1] Auf die dunkle Energie wurde aus den Daten von weit entfernten Supernovaexplosionen geschlossen, ihre Existenz wird durch Satelliten wie COBE und WMAP und Ballonexperimente wie BOOMERANG sowie Gravitationslinseneffekte und die Galaxienverteilung im Universum bestätigt. Die Gesamtmasse des sichtbaren Universums liegt zwischen 8,5 · 1052 und 1053 kg. Dunkle Energie wirkt, im Gegensatz zu normaler Materie und Energie, antigravitativ. Ohne sie würde sich durch die Gravitationswirkung der Materie die Expansion des Universums verlangsamen und, sofern genügend Materie vorhanden ist, letztendlich umkehren: das Universum würde in einem so genannten „Big Crunch“ wieder in sich zusammenstürzen und zu einer Singularität kollabieren. Mit ihr beschleunigt sich die Expansion des Universums sogar.

Form und Volumen [Bearbeiten]

Die Anschauung könnte die Vermutung nahelegen, dass aus der Urknalltheorie eine „Kugelform“ des Universums folge; das ist jedoch nur eine von mehreren Möglichkeiten. So wurden neben einem flachen unendlichen Universum viele andere Formen vorgeschlagen. Darunter beispielsweise eine Hypertorusform, oder auch die in populärwissenschaftlichen Publikationen als „Fußballform“ und „Trompetenform“ bekannt gewordenen Formen.

Im CDM-Standardmodell (CDM von engl. Cold Dark Matter, „kalte dunkle Materie“) sowie dem aktuelleren Lambda-CDM-Standardmodell, welches die gemessene Beschleunigung der Expansion des Universums berücksichtigt, wird von einer euklidischen Geometrie (einem flachen Universum) und einem unendlichen Volumen des Universums ausgegangen. Das unendliche Volumen ist nicht zwingend, da es gegenwärtig nur möglich ist, eine untere Grenze für die Ausdehnung des Universums anzugeben. Beobachtungsdaten des Satelliten WMAP schließen nach Neil Cornish die meisten Beschreibungsmodelle des Universums, welche einen Radius kleiner als 78 Milliarden Lichtjahre besitzen, aus. Da die gemessene Geometrie von einer euklidischen nicht zu unterscheiden ist, wird das Lambda-CDM-Standardmodell jedoch als das einfachste Modell angesehen, welches an die Beobachtungsdaten angepasst werden kann.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Unendlichkeit und Unbegrenztheit: Auch wenn das Universum ein endliches Volumen besitzen würde, so wäre es dennoch unbegrenzt. Leicht anschaulich lässt sich dieses Modell folgendermaßen darstellen: eine Kugeloberfläche (Sphäre) ist endlich, besitzt aber keinen Mittelpunkt und ist unbegrenzt (man kann sich auf ihr fortbewegen, ohne jemals einen Rand zu erreichen). So wie eine zweidimensionale Kugeloberfläche eine dreidimensionale Kugel umhüllt, kann man, falls das Universum nicht flach sondern gekrümmt ist, sich den dreidimensionalen Raum als "Rand" eines höherdimensionalen Raums vorstellen.

Zusammenhang zwischen Massendichte, lokaler Geometrie und Form [Bearbeiten]

Obwohl die lokale Geometrie sehr nahe an einer flachen, euklidischen Geometrie liegt, ist auch eine sphärische oder hyperbolische Geometrie nicht ausgeschlossen. Da die lokale Geometrie mit der globalen Form (Topologie) und dem Volumen des Universums verknüpft ist, ist letztlich auch unbekannt, ob das Volumen endlich ist (mathematisch ausgedrückt: ein topologischer Kompakter Raum) oder ob das Universum einen unendlichen Rauminhalt besitzt. Welche Geometrien und Formen für das Universum möglich sind, hängt gemäß der Friedmann-Gleichungen, welche die Entwicklung des Universums im Standard-Urknallmodell beschreiben, wiederum wesentlich von der Energiedichte bzw. der Massendichte im Universum ab:

  • Ist diese Dichte kleiner als ein bestimmter, als kritische Dichte bezeichneter Wert, so wird die globale Geometrie als hyberbolisch bezeichnet, da sie als das dreidimensionale Analogon zu einer zweidimensionalen hyperbolische Fläche angesehen werden kann. Ein hyberbolisches Universum ist offen, d. h., ein gegebenes Volumenelement innerhalb des Universums dehnt sich immer weiter aus, ohne jemals zum Stillstand zu kommen. Das Gesamtvolumen eines hyperbolischen Universums kann sowohl unendlich als auch endlich sein.
  • Ist die Energiedichte exakt gleich der kritischen Dichte, ist die Geometrie des Universums flach (euklidisch). Das Gesamtvolumen eines flachen Universums ist im einfachsten Fall, wenn man einen euklidischen Raum als einfachste Topologie annimmt, unendlich. Es sind aber auch Topologien mit endlichem Rauminhalt mit einem euklidischen Universum zu vereinbaren. Beispielsweise ist ein Hypertorus als Form möglich. Auch ein flaches Universum ist wie das hyperbolische Universum offen, ein gegebenes Volumenelement dehnt sich also immer weiter aus. Seine Expansion verlangsamt sich jedoch zusehends, so dass nach unendlicher Zeit eine endliche Ausdehnung erreicht ist.
  • Ist die Energiedichte größer als die kritische Dichte, wird es als „sphärisch“ bezeichnet. Das Volumen eines sphärischen Universums ist endlich. Im Gegensatz zum euklidischen und zum hyperbolischen Universum kommt die Ausdehnung des Universums irgendwann zum Stillstand und kehrt sich danach um. Das Universum "stürzt" also wieder in sich zusammen.

Gegenwärtige astronomische Beobachtungsdaten erlauben es nicht, das Universum von einem euklidischen Universum zu unterscheiden. Die bisher gemessene Energiedichte des Universums liegt also so nahe an der kritischen Dichte, dass die experimentellen Fehler es nicht ermöglichen, zwischen den drei grundlegenden Fällen zu unterscheiden.

Dunkle Energie beeinflusst weiterhin die Expansionseigenschaften des Universums. So führt ein großer Anteil von Dunkler Energie dazu, dass ein sphärisches Universum nicht in sich zusammenstürzt, oder ein flaches Universum immer weiter beschleunigt. Bestimmte Formen der Dunklen Energie können sogar dazu führen, dass das Universum lokal schneller als Lichtgeschwindigkeit expandiert und so in einem Big Rip auseinandergerissen wird, da keine Wechselwirkungen zwischen Teilchen mehr stattfinden können.

Überlegungen zum möglichen unendlichen Volumen bei einem euklidischen oder hyperbolischen Universum [Bearbeiten]

Interessant sind auch die philosophischen Implikationen, welche sich als Konsequenzen aus einem Universum mit unendlichem Volumen ergeben würden. Selbst extrem unwahrscheinliche, aber mögliche Ereignisse müssten sich in einem solchen Universum unendlich oft ereignen, solange die Wahrscheinlichkeit wenigstens noch größer als Null ist. Dies wird zum Beispiel oft in Argumentationen zusammen mit dem anthropischen Prinzip verwendet, um einige, für die menschliche Existenz notwendige Voraussetzungen zu erklären. Zieht man allerdings in Betracht, dass gemäß der Quantentheorie in einem vorgegebenen Raumvolumen nur eine endliche Anzahl von Zuständen untergebracht werden kann, ergeben sich manche dieser Konsequenzen schon bei Universen mit endlichem aber hinreichend großem Volumen. So schloss der Physiker Max Tegmark, dass aus dem gegenwärtigen Standardmodell des Universums folge, dass im Durchschnitt alle  {{10}^{10}}^{28} Meter eine „Zwillingswelt“ existieren müsse.

Strukturen innerhalb des Universums [Bearbeiten]

Hauptartikel: Struktur des Kosmos

Auf der derzeit größten beobachtbaren Skala findet man Galaxienhaufen, die sich zu noch größeren Superhaufen zusammenfinden. Die Superhaufen bilden wiederum fadenartige Filamente, die riesige, blasenartige, praktisch galaxienfreie Hohlräume (engl. Voids, void = leer) umspannen. Man spricht mitunter auch von der wabenartigen Struktur des Universums. Es ergibt sich die folgende Rangfolge von den größten zu den kleinsten Strukturen des beobachtbaren Universums:

  1. Filamente und Voids
  2. Superhaufen (Bsp.: Große Mauer Durchmesser: ca. 1 Mrd. Lichtjahre)
  3. Galaxienhaufen (Bsp.: Lokale Gruppe, Durchmesser: ca. 10 Millionen Lichtjahre)
  4. Galaxien (Bsp.: Milchstraße, Durchmesser: ca. 100.000 Lichtjahre)
  5. Sternhaufen (Kugelsternhaufen, Offene Sternhaufen, Durchmesser: dutzende bis hunderte Lj.)
  6. Planetensysteme (Bsp.: Unser Sonnensystem, Durchmesser: ca. 300 AE = 11 Lichtstunden)
  7. Sterne (Bsp.: Sonne, Durchmesser: 1.392.500 km)
  8. Planeten (Bsp.: Erde, Durchmesser: 12.756,2 km)
  9. Monde (Bsp.: Erdmond Durchmesser: 3.476 km)
  10. Asteroiden, Kometen (Durchmesser: wenige Kilometer bis mehrere 100 km)
  11. Meteoroide (Durchmesser: vom Meter- bis herab zum Millimeterbereich)
  12. Gas- und Staubpartikel
  13. Moleküle, Atome, Elementarteilchen

Anmerkung: Die Größenskalen sind stark ineinander übergehend, so existieren beispielsweise Monde, die Planeten an Größe übertreffen, Asteroiden, die wesentlich größer als manche Monde sind, usw. Tatsächlich ist die Klassifizierung von Himmelsobjekten aufgrund ihrer Größe in der Astronomie derzeit sehr umstritten, so zum Beispiel die Frage, welche Sonnentrabanten zu den Planeten gezählt werden sollen und welche nicht (Plutinos, Transneptune, etc.). Pluto z. B., der lange um seinen Planetenstatus bangen musste, wird nun seit 24. August 2006 per Definition der Internationalen Astronomischen Union (IAU) zu den Zwergplaneten gezählt.

Siehe hierzu auch Astronomisches Objekt

Quellen [Bearbeiten]

  1. GEO Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, GEO Themenlexikon Band 5, Astronomie - Planeten, Sterne, Galaxien; GEO, Gruner+Jahr AG & Co KG, Mannheim, 2007

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Antonín Rükl - Bildatlas des Weltraums, Werner-Dausien-Verlag, Prag 1988 / Hanau 1992 (dt. Übers.), ISBN 3-7684-2808-7
  • David Deutsch - Die Physik der Welterkenntnis, Auf dem Wege zum universellen Verstehen, Birkhäuser Verlag Berlin 1996, ISBN 3-7643-5385-6
  • Hubert Mania - Das grosse Stephen Hawking Lesebuch, Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3-4980-4488-5
  • Stephen Hawking - Giganten des Wissens, eine bebilderte Reise in dieWelt der Physik, Weltbild Buchverlag Augsburg 2005, ISBN 3-8989-7180-5
  • Stephen Hawking - Eine kurze Geschichte der Zeit, rororo 1991, ISBN 3-4996-0555-4
  • Stephen Hawking - Einsteins Traum, Expeditionen an die Grenzen der Raumzeit, rororo 1996, ISBN 3-4996-0132-X
  • Stephen Hawking - Das Universum in der Nussschale, Dtv 2003, ISBN 3-4233-3090-2.
  • Randall, Lisa: Verborgene Universen - Eine Reise in den extradimensionalen Raum, S.Fischer Verlag, Frankfurt Nov. 2006 (3.Aufl.), ISBN 978-3-10-062805-3
  • Steven Weinberg - Die ersten drei Minuten, Piper Verlag GmbH München 1977, ISBN 3-4922-2478-4
  • Steven Weinberg - Der Traum von der Einheit des Universums, Bertelsmann Verlag München 1993, ISBN 3-5700-2128-9
  • Charles H. Lineweaver, Tamara M. Davis: Der Urknall - Mythos und Wahrheit, in: Spektrum der Wissenschaft, Mai 2005, S. 38–47, ISSN 0170-2971
  • Brian Greene - Der Stoff, aus dem der Kosmos ist, Alfred A. Knopf, New York 2004, ISBN 3-88680-738-X
  • Harry Nussbaumer - Das Weltbild der Astronomie, 2007, ISBN 978-3-7281-3106-5, 2.erw. und akt. Auflage. vdf Hochschulverlag.
  • Rüdiger Vaas: Tunnel durch Raum und Zeit, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2006 (2. Aufl.), ISBN 3440093603

Weblinks [Bearbeiten]

Wiktionary
Wiktionary: Universum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

Abhandlungen, Spezielles, Simulationen [Bearbeiten]

Videos [Bearbeiten]

Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri:

Mittwoch, 22. August 2007


Gletscherschmelze
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Die Massenbalance der globalen Gletscher ist seit wenigstens 1960 deutlich negativ, wie das Schaubild verdeutlicht.
Die Massenbalance der globalen Gletscher ist seit wenigstens 1960 deutlich negativ, wie das Schaubild verdeutlicht.
Die Karte vergleicht die Massenbalance von 173 über die Welt verteilten und wenigstens fünf Mal vermessenen Gletschern zwischen 1970 und 2004. 83 % aller Gletscher schrumpften in diesem Zeitraum, die durchschnittliche Rate des Rückgangs aller Gletscher betrug dabei 0,31 m pro Jahr.
Die Karte vergleicht die Massenbalance von 173 über die Welt verteilten und wenigstens fünf Mal vermessenen Gletschern zwischen 1970 und 2004. 83 % aller Gletscher schrumpften in diesem Zeitraum, die durchschnittliche Rate des Rückgangs aller Gletscher betrug dabei 0,31 m pro Jahr.[1]

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist nahezu weltweit ein deutlicher Rückgang der Gletscher zu beobachten. Dieser Vorgang wird Gletscherschmelze oder Gletscherschwund genannt und darf nicht mit der in Gebirgen und Hochlagen alljährlich im Frühling einsetzenden Schneeschmelze verwechselt werden.

Die Mehrheit aller Gletscher hat in den zurückliegenden Jahrzehnten zum Teil stark an Masse und Fläche verloren.[2] Betroffen sind davon bis auf wenige Ausnahmen alle Regionen, von den Tropen über die mittleren Breiten bis zu den Polen. Die Alpengletscher beispielsweise schrumpften in den vergangenen 150 Jahren etwa um ein Drittel ihrer Fläche. Direkt zu erkennen ist dies an Gemälden, Zeichnungen oder alten Fotografien. Letztere zeigen eindrucksvoll die unterschiedlichen Gletscherflächen von damals im Vergleich zu heute. Ebenso zu beobachten ist ein Rückgang des Eises in den polaren Gebieten, wo es in den zurückliegenden Jahren vermehrt zum Abbrechen größerer Schelfeise gekommen ist. Wachsende Gletscher wurden zum Ende des 20. Jahrhunderts vor allem in Norwegen, Neuseeland, Island und der östlichen Antarktis beobachtet. Dieser in den 1980er- und 1990er-Jahren kurzzeitig bestehende, auf örtlich veränderte Niederschlagsmuster zurückgehende Trend hat sich allerdings seit ca. 2000 zumindest in den ersten beiden Regionen entweder wieder umgekehrt oder ist zumindest deutlich abgeflacht.[3]

Die Gletscher folgen weltweit den beobachteten Klima- und Temperaturschwankungen. Während der globale Temperaturanstieg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer Mischung verschiedener natürlicher und anthropogener Faktoren zugemessen wird (Schwankungen in der Solarvariabilität, geringe vulkanische Aktivität und erster deutlicher Anstieg der Treibhausgase), so wird allgemein der sich beschleunigende Temperaturanstieg seit 1970 dem sich deutlich verstärkenden anthropogenen Treibhauseffekt zugerechnet.[4][5] Der Temperaturanstieg führt zum direkten Rückgang des Gletschereises. Eine indirekte Wirkung dieses anthropogenen Klimawandels ist eine veränderte Verteilung von Niederschlägen, die ebenfalls die Massenbilanz von Gletschern beeinflussen kann.

Die Folgen des Phänomens bergen erhebliche Risiken für einen momentan nur schwer abschätzbaren Anteil der gegenwärtigen und künftigen Weltbevölkerung. Zunächst droht in betroffenen Gebieten ein erhöhtes Risiko von Überschwemmungen durch steigende Flusspegel und vermehrt auftretende Ausbrüche von Gletscherseen. Dies wird gefolgt von sich verschärfendem Wassermangel in bestimmten Regionen.[6] Der zunehmende Abfluss des Gletscherwassers führt zudem zum globalen Anstieg des Meeresspiegels und bedroht damit auch nicht unmittelbar im Einflussbereich von Gletschern lebende Menschen.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Ursachen
* 2 Gletscher als Klima-Indikatoren
* 3 Globale Bestandsaufnahme des Prozesses
o 3.1 Gletscher mittlerer Breite
+ 3.1.1 Alpen
+ 3.1.2 Nordeuropa
+ 3.1.3 Asien
+ 3.1.4 Neuseeland
+ 3.1.5 Nordamerika
+ 3.1.6 Patagonien
o 3.2 Tropische Gletscher
+ 3.2.1 Afrika
+ 3.2.2 Lateinamerika
+ 3.2.3 Neuguinea
o 3.3 Polare Regionen
+ 3.3.1 Antarktis
+ 3.3.2 Island
+ 3.3.3 Kanadisch-arktischer Archipel
+ 3.3.4 Spitzbergen
+ 3.3.5 Grönland
* 4 Folgen
o 4.1 Anstieg des Meeresspiegels
o 4.2 Wassermangel
o 4.3 Ausbrüche von Gletscherseen
* 5 Gegenmaßnahmen
* 6 Literatur
* 7 Weblinks
* 8 Einzelnachweise

Ursachen [Bearbeiten]

Entscheidend für das Fortbestehen eines Gletschers ist seine Massenbilanz, die Differenz von Akkumulation (wie Schneefall, Ablagerung von Triebschnee und Lawinen, Kondensation von atmosphärischem Wasserdampf und Anfrieren von Regenwasser) und Ablation (Schmelze, Sublimation sowie Abbruch von Lawinen). Jeder Gletscher besteht dabei aus einem Nähr- und einem Zehrgebiet. Im Nährgebiet (Akkumulationsgebiet) bleibt zumindest ein Teil des Schnees auch während des Sommers erhalten und formt sich dann zu Gletschereis um. Im Zehrgebiet (Ablationsgebiet) dagegen überwiegt die Ablation gegenüber dem Nachschub durch Schnee. Getrennt sind diese beiden Gebiete durch die Gleichgewichtslinie. Entlang dieser Linie entspricht die Ablation im Sommer der Akkumulation im Winter.

Bei einem Klimawandel können sich sowohl Lufttemperaturen als auch der Niederschlag in Form von Schnee verändern und damit die Massenbilanz verschieben. Gegenwärtig geben diese beiden Indikatoren Aufschluss über die Ursachen des Gletscherrückgangs:
Globale Jahresmitteltemperaturen der letzten 125 Jahre auf der Erdoberfläche relativ zum Mittelwert im Zeitraum 1951–1980. Zwei deutliche Anstiegsphasen zwischen 1910 und 1940 sowie ab 1975 sind deutlich zu erkennen. Quelle: NASA Research News: 2006 Was Earth's Fifth Warmest Year vom 8. Februar 2007
Globale Jahresmitteltemperaturen der letzten 125 Jahre auf der Erdoberfläche relativ zum Mittelwert im Zeitraum 1951–1980. Zwei deutliche Anstiegsphasen zwischen 1910 und 1940 sowie ab 1975 sind deutlich zu erkennen. Quelle: NASA Research News: 2006 Was Earth's Fifth Warmest Year vom 8. Februar 2007

* In den meisten Regionen der Welt steigen die Temperaturen hauptsächlich in Folge des menschlichen Ausstoßes von Treibhausgasen an. Nach dem 2007 erschienenen Vierten Sachstandsbericht der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe über Klimaänderungen (IPCC) stieg die weltweite durchschnittliche Lufttemperatur in Bodennähe zwischen 1906 und 2005 um 0,74 °C (± 0,18 °C) an.[7] Die Erwärmung ist mit zunehmender Nähe zu den Polen und mit steigender Höhe in Gebirgen stärker ausgeprägt.
* Im Gegensatz zur Lufttemperatur existieren für den Niederschlag keine eindeutigen Trends. Mehr Niederschlag entfiel im Laufe des 20. Jahrhunderts besonders auf Kanada, Nordeuropa, Westindien und Ostaustralien. Rückgänge von bis zu 50 % wurden besonders in West- und Ostafrika und im Westen Lateinamerikas gemessen.[8] Deshalb ist für jede der betroffenen Regionen gesondert zu prüfen, welche Faktoren für den Rückgang der Gletscher ursächlich und gegebenenfalls dominierend sind.

Auf eine Abkühlung oder eine Verstärkung des Schneefalls, die eine positive Massenbilanz hervorrufen, reagiert ein Gletscher mit Wachstum. Dadurch nimmt die Gletscherfläche im Zehrgebiet, dort ist die Ablation am höchsten, zu. Somit erlangt der Gletscher ein neues Gleichgewicht. Derzeit gibt es ein paar Gletscher, die wachsen. Die geringe Wachstumsgeschwindigkeit deutet allerdings darauf hin, dass sie sich nicht weit vom Gleichgewicht befinden.[9] Auf eine Klimaerwärmung, wie die globale Erwärmung, oder eine Abnahme des Schneefalls, die zu einer negativen Massenbilanz führen, reagiert der Gletscher mit einem Rückgang. Dadurch verliert der Gletscher Teile seines meistens tiefer gelegenen Ablationsgebiets, sodass Akkumulation und Ablation wieder ausgeglichen sind. Wenn sich ein Gletscher jedoch nicht zu einem neuen Gleichgewichtspunkt zurückziehen kann, befindet er sich im andauernden Ungleichgewicht und wird, sofern dieses Klima bestehen bleibt, komplett abschmelzen.

Es hat im Rahmen der Klimageschichte aus unterschiedlichen Gründen immer wieder natürliche Klimaveränderungen mit Vorstößen und Rückzügen von Gletschern gegeben. Zum Ende der so genannten Kleinen Eiszeit gegen 1850 war die globale Durchschnittstemperatur leicht angestiegen, was einen Teil des weltweiten Gletscherrückgangs in den folgenden Jahrzehnten erklären kann. Ab 1940 blieben die Durchschnittstemperaturen relativ stabil oder sanken leicht, worauf die meisten Gletscher mit relativem Stillstand oder Wachstum reagierten. Der dann ab den späten 1970er-Jahren in Folge der rasch ansteigenden Lufttemperaturen in den meisten Regionen wieder einsetzende und sich in den letzten Jahren zunehmend beschleunigende Gletscherschwund wird deshalb hauptsächlich anthropogenen Einflüssen zugeschrieben und kann nicht als Teil eines natürlichen Klimawandels betrachtet werden.[10]

Gletscher als Klima-Indikatoren [Bearbeiten]

Die Ausdehnungs- und Schrumpfungstendenzen von Gletschern, die sich praktisch nie in einem Ruhezustand befinden, spielen in der Klimaforschung eine bedeutende Rolle. Die Gletscher existieren in einem Hin und Her zwischen Rückzug und Vorstoß. Wenn mehr Niederschlag fällt oder die Temperaturen fallen, stoßen sie in der Regel weiter vor. Bei abnehmender Niederschlagsmenge und steigenden Temperaturen schrumpfen sie. So schrumpfen die Alpengletscher seit etwa 1850, auch wenn vor allem kleinere Gletscher in dieser Region um 1920 und um 1980 wieder ein Stück vorgestoßen waren.

In der Regel sind kleinere Gletscher „klimaempfindlicher" und so als Indikatoren für kurz andauernde Ereignisse brauchbar. Ebenso sind Gletscher in maritim geprägten Regionen eher als Klima-Indikatoren für kürzer andauernde Ereignisse geeignet als Gletscher in kontinentalen Regionen. Das liegt daran, dass in kontinentalen Regionen mit niedriger Luftfeuchte zwar ein beträchtlicher Teil des Gletschereises Ablation durch Verdunstung erfährt, aber dadurch wiederum Verdunstungswärme abgeführt wird. Diese Wärme fehlt dann, um das Gletschereis zum Schmelzen zu bringen.

Innerhalb einer klimatischen Region reagieren Gletscher aber nicht nur durch unterschiedliche Eismassen unterschiedlich auf Veränderungen. Einen großen Einfluss haben auch Oberflächengröße, Beschaffenheit des Untergrundes, Hangneigung und Talform von Talgletschern, Wind und Luv/Lee-Effekte sowie Verhalten von Gletscherschmelzwassern, um nur die wichtigsten Faktoren zu nennen. Dennoch sind gerade größere Gletscher insgesamt als relativ träge zu bezeichnen, weshalb sie weniger durch einzelne Wetterlagen beeinflusst werden als vielmehr durch Klimaveränderungen während größerer Zeiträume. Daher sind sie in ihrer Gesamtheit ein nützlicher Indikator für die langfristige Temperaturentwicklung. So rekonstruierte der Glaziologe Johannes Oerlemans anhand der Auswertung von Längenänderungen von 169 weltweit verteilten Gletschern die globale Mitteltemperatur während der letzten 400 Jahre. Demnach begann eine moderate Erwärmung Mitte des 19. Jahrhunderts. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte er eine Erwärmung um etwa 0,5 °C ermitteln.[11]

Eine andere für die Klimaforschung wichtige Besonderheit von Gletschern besteht in ihrem hohen Alter. So können Eisbohrkerne aus ihnen gewonnen werden, die mehrere Jahrtausende zurückreichen und Aufschluss über die Entwicklung eines Gletschers und die Klimageschichte geben können. Am weiter unten aufgeführten Beispiel des Kilimandscharo etwa lässt sich so zeigen, dass dessen Gletscher seit über 11.700 Jahren durchgehend existiert haben, jedoch heutzutage vom Verschwinden bedroht sind.

Durch von den zurückweichenden Gletschern freigegebene Funde von Torfen und Baumstämmen zum Beispiel an der österreichischen Pasterze[12] lässt sich auch zeigen, dass die Ausdehnung einiger Gletscher in früheren Zeiten (vor 6.000–9.000 Jahren) deutlich geringer gewesen ist als heute.

Globale Bestandsaufnahme des Prozesses [Bearbeiten]

Die nachfolgende eingehendere Bestandsaufnahme der weltweiten Gletscherschmelze ist dreiteilig gegliedert in mittlere Breiten, tropische Zone und Polarregion. Dem liegt nicht allein die Anlehnung an gängige geografische Unterscheidungsmuster zugrunde, sondern auch die Tatsache, dass für die Eisbildung und Gletscherschmelze in diesen drei Zonen jeweils besondere Voraussetzungen bestehen. Auch hinsichtlich der zu erwartenden Folgen eines fortgesetzten Abschmelzungsprozesses ergeben sich für die künftigen Lebensbedingungen von Menschen spezifische Unterschiede.

Gletscher mittlerer Breite [Bearbeiten]

Gletscher mittlerer Breite befinden sich entweder zwischen dem nördlichen oder südlichen Wendekreis und einem der Polarkreise. In diesen jeweils 4.785 km breiten Regionen gibt es Gebirgsgletscher, Talgletscher und auf höheren Gebirgen auch kleinere Eiskappen. Alle diese Gletscher befinden sich in Gebirgszügen, u. a. dem Himalaja, den Alpen, den Rocky Mountains, den patagonischen Anden in Südamerika oder auch auf Neuseeland. Je näher die Gletscher dieser Breiten den polaren Regionen sind, desto ausgedehnter und massiver sind sie. Die Gletscher mittlerer Breite sind die in den letzten 150 Jahren am gründlichsten untersuchten. Wie auch die tropischen Gletscher, gehen praktisch alle Gletscher der mittleren Breite zurück und weisen eine negative Massenbilanz auf.

Alpen [Bearbeiten]

Der World Glacier Monitoring Service (WGMS) berichtet alle fünf Jahre über Veränderungen des Endpunkts von Gletschern überall auf der Erde.[13] Nach seinem aktuellen Bericht (1995–2000) gingen in den Alpen in diesem 5-Jahres-Zeitraum 103 von 110 untersuchten Gletschern in der Schweiz, 95 von 99 Gletschern in Österreich, alle 69 Gletscher in Italien und alle 6 Gletscher in Frankreich zurück. Der Glaziologe Gernot Patzelt berichtet über 100 vom Österreichischen Alpenverein beobachtete Gletscher, dass durch deren Rückgang derzeit Land freigelegt werde, das seit wenigstens 1.300 Jahren ständig vergletschert war.[12] Gleichzeitig betont er jedoch, dass Funde von Torfen und Baumstämmen belegen, dass diese Gebiete früher teilweise von Lärchenwäldern bedeckt waren und dass die aktuellen Gletscherstände historisch gesehen „nicht außergewöhnlich" seien. Holz- und Torffunde aus den Moränen von Gletschern in den Alpen lassen darauf schließen, dass einige Gletscher im Laufe des Holozän mitunter wesentlich weiter zurückgegangen waren als dies derzeit der Fall ist.[14][15][16] Andere Gletscher sind nachweislich seit wenigstens 5.000 Jahren nicht kleiner gewesen als heute.[17]

Die französischen Gletscher gingen in den Jahren 1942–1953 stark zurück, dann dehnten sie sich bis 1980 wieder etwas aus, und seit 1982 schrumpfen sie erneut. Seit 1870 zogen sich z. B. der Argentière-Gletscher und der Mont Blanc-Gletscher um 1.150 m beziehungsweise um 1.400 m zurück. Der größte Gletscher in Frankreich, das Mer de Glace, das heute 11 km lang und 400 m dick ist, hat in den letzten 130 Jahren 8,3 % seiner Länge (~1 km) verloren. Außerdem wurde er im Mittelteil seit 1907 um 27 % (~150 m) dünner. Der Bossons-Gletscher in Chamonix hat sich seit Anfang des Jahrhunderts um 1.200 m zurückgezogen.

Eine neue Studie aus dem Jahr 2005, die 91 Schweizer Gletscher untersuchte, ergab, dass 84 Gletscher sich gegenüber 2004 zurückgezogen hatten und die restlichen 7 keine Veränderung zeigten. Keiner der untersuchten Gletscher dehnte sich aus.[18]
Der Grosse Aletschgletscher, links im Jahre 1979, in der Mitte im Jahre 1991 und rechts 2002.
Der Grosse Aletschgletscher, links im Jahre 1979, in der Mitte im Jahre 1991 und rechts 2002.

Außerdem wurde festgestellt, dass sich die Gletscher in den Alpen heute schneller zurückziehen als noch vor einigen Dekaden. So verlor der Triftgletscher in nur vier Jahren, von 2002 bis 2005, 500 m oder 10 % seiner vorherigen Länge.[19] Der Grosse Aletschgletscher, der mit einer Länge von 23,6 km der längste Gletscher der Alpen ist, hat sich seit 1880 um 2.600 m zurückgezogen. Seine Rückzugsgeschwindigkeit hat sich ebenfalls erhöht. Seit 1980 sind 800 m geschmolzen.[20] Allein 2006 büßte er fast 115 m an Länge ein. Auch der Morteratschgletscher schwindet. Seit dem Anfang der jährlichen Längemessungen 1878 verlor er bis 1995 etwa 2 km seiner Länge. Im Durchschnitt zog sich der Gletscher also um etwa 17 m pro Jahr zurück. In der jüngsten Vergangenheit erhöhte sich die durchschnittliche Abschmelzgeschwindigkeit: Zwischen 1999 und 2005 betrug sie 30 m pro Jahr. Ähnlich wie die Gletscher der italienischen Alpen zogen sich 1980 in den Schweizer Alpen nur etwa ein Drittel der Gletscher zurück. 1999 waren es 89 %. Und von 2004 bis 2005 haben sich sogar alle Gletscher der italienischen Alpen zurückgezogen.[21]

Eine Studie über die Entwicklung von 5.150 Gletschern in den Alpen seit 1850 kommt zu dem Ergebnis, dass bis 1970 bereits 35 % der ursprünglich vorhandenen Gletscherfläche verschwunden war und dass sich dieser Schwund bis 2000 auf annähernd 50 % vergrößert hat.[22] Das bedeutet, dass bereits die Hälfte der ehemals von Gletschern bedeckten Fläche durch den Rückgang des Eises freigelegt worden ist.

Szenarien für das 21. Jahrhundert zeigen an, dass bei einer durchschnittlichen Erwärmung um 3 °C bis ins Jahr 2100 die Gletscher der Alpen etwa 80 % der im Zeitraum zwischen 1971–1990 noch vorhandenen Fläche verloren haben könnten. Das entspräche nur noch einem Zehntel der Ausdehnung von 1850. Eine Erwärmung um 5 °C könnte praktisch jeden alpinen Gletscher verschwinden lassen.[23]

Die Folgen des Gletscherrückgangs in den Alpen wurden im Juli 2006 besonders durch die Felsabstürze am schweizerischen Eiger sichtbar. Mehr als 500.000 Kubikmeter Felsen stürzten am 13. Juli auf den Unteren Grindelwaldgletscher. Insgesamt gelten bis zu 2 Millionen m3 Gestein mit einem Gewicht von fünf Millionen Tonnen als absturzgefährdet. Ursache für die Abbrüche ist u.a. der Rückgang von Gletschern, die überhängende Bergteile stützten, und das Schmelzen von ständig gefrorenen Gebieten (Permafrost), in denen zerklüftetes Gestein wie Kleber vom Eis zusammengehalten wurde.

Nordeuropa [Bearbeiten]
Wasserabgabe des Jostedalsbreen im Sommer 2004
Wasserabgabe des Jostedalsbreen im Sommer 2004

Nicht nur in den Alpen, sondern auch in anderen Gebieten Europas schwinden die Gletscher. Die nördlichen Skanden im Norden Schwedens erreichen eine Höhe von bis zu 2.111 m (Kebnekaise). Zwischen 1990 und 2001 gingen dort 14 von 16 in einer Studie untersuchten Gletschern zurück, von den beiden Übrigen wuchs einer und einer blieb stabil.[24] Auch in Norwegen, wo es 1.627 Gletscher gibt, die eine Fläche von ca. 2.609 km2 bedecken, ist ein Gletscherrückgang, unterbrochen von einigen Perioden mit Wachstum um 1920, 1925 und in den 1990ern, zu beobachten. In den 1990ern wuchsen 11 von 25 beobachteten norwegischen Gletschern, da die winterlichen Niederschlagsmengen mehrere Jahre in Folge überdurchschnittlich hoch waren.

Seit 2000 gehen die Gletscher aufgrund mehrerer Jahre mit geringen winterlichen Niederschlägen und wegen mehrerer heißer Sommer (2002 und 2003) signifikant zurück. Insgesamt zeigt sich ein starker Rückgang im Anschluss an die 1990er-Jahre. Bis 2005 wuchs nur einer der 25 beobachteten Gletscher, zwei blieben unverändert und die restlichen 22 zogen sich zurück. Der norwegische Engabreen-Gletscher hat sich z. B. seit 1999 um 179 m zurückgezogen. Der Brenndalsbreen und der Rembesdalsskåka haben sich seit 2000 um 116 bzw. 206 m verkürzt. Allein 2004 verlor der Briksdalsbreen 96 m – der größte jährliche Längenverlust dieses Gletschers seit dem Beginn der Messungen im Jahr 1900. Von 1995 bis 2005 zog er sich insgesamt um 176 m zurück.[25]

Asien [Bearbeiten]

Der Himalaya und andere Gebirgsketten in Zentralasien umfassen große Regionen, die vergletschert sind; allein im Himalaya bedecken etwa 6.500 Gletscher eine Fläche von 33.000 km². Diese Gletscher spielen eine zentrale Rolle für die Wasserversorgung arider Länder wie der Mongolei, des westlichen Teils von China, Pakistans und Afghanistans. Wie andere Gletscher weltweit schwinden die asiatischen Gletscher schnell. Der Verlust dieser Gletscher würde enorme Auswirkungen auf das Ökosystem und für die Menschen in dieser Region haben.
Dieses Bild der NASA zeigt die Bildung zahlreicher Gletscherseen am Endpunkt der sich zurückziehenden Gletscher in Bhutan im Himalaya
Dieses Bild der NASA zeigt die Bildung zahlreicher Gletscherseen am Endpunkt der sich zurückziehenden Gletscher in Bhutan im Himalaya

Ein Bericht des WWF stellte fest, dass 67 % aller Gletscher im Himalaya abschmelzen. In China schmolzen zwischen 1950 und 1970 53 % von 612 untersuchten Gletschern. Nach 1995 befanden sich bereits 95 % im Rückgang. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Gletscherschmelze in dieser Region zunimmt.[26] Die Gletscher des chinesischen Gebiets Xinjiang sind seit 1964 um 20 % abgeschmolzen. In diesem Gebiet befindet sich fast die Hälfte der vergletscherten Fläche Chinas.[27]

Ausnahmslos alle Gletscher in der Region um den Mount Everest im Himalaya befinden sich im Rückgang. Der Khumbu-Gletscher in der Nähe des Mount Everest zog sich seit 1953 um etwa 5 km zurück. Auf der Nordseite befindet sich der Rongbuk Gletscher; er verliert jährlich 20 m an Länge. Der etwa 25 km lange Gangotri-Gletscher in Indien, der als Quelle des Ganges gilt, schmolz zwischen 1970 und 1996 jährlich um 34 m ab. Seit 2000 hat sich sein Schrumpfen etwas verlangsamt, und er verliert pro Jahr durchschnittlich 30 m. Insgesamt ist er in den letzten 150 Jahren um fast zwei Kilometer kürzer geworden. Durch das Abschmelzen der Gletscher des Himalaya haben sich neue Gletscherseen gebildet. Es besteht die Gefahr, dass diese ausbrechen (Gletscherlauf) und dabei Überschwemmungen verursachen.

Im nördlichen Teil des Tien Shan, dessen höchster Gipfel 7.439 m hoch ist und das sich auf die Staatsgebiete von China, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan erstreckt, haben die Gletscher, die zur Wasserversorgung dieses ariden Gebiets beitragen, zwischen 1955 und 2000 jedes Jahr fast zwei Kubikkilometer (km³) Eis verloren. Zwischen 1974 und 1990 haben die Gletscher zudem jährlich durchschnittlich 1,28 % ihres Volumens eingebüßt.[28] Gletscher im Ak-Shirak-Gebirge des zentralen Tien Shan in Kirgisistan verloren zwischen 1943 und 1977 bereits einen kleinen Teil ihrer Masse. Zwischen 1977 und 2001 haben sie weitere 20 % an Masse verloren.[29]

Südlich des Tien Shan befindet sich der Pamir, ein weiteres Hochgebirge mit einer Höhe von 7.717 m. Im Pamir, der sich hauptsächlich in Tadschikistan erstreckt, gibt es viele tausend Gletscher, die zusammen eine Fläche von etwa 1.200 km² bedecken. Sie alle befinden sich im Rückgang. Während des 20. Jahrhunderts haben die Gletscher Tadschikistans 20 km³ Eis verloren. Der 70 km lange Fedchenko-Gletscher, der größte Gletscher Tadschikistans und zugleich der längste nicht polare Gletscher der Welt, hat bereits 1,4 % seiner Länge (knapp 1 km) und 2 km³ Eis während des 20. Jahrhunderts eingebüßt. Auch der benachbarte Skogatch-Gletscher schmilzt: Zwischen 1969 und 1986 hat er 8 % seiner gesamten Masse verloren. Tadschikistan und die anderen Anrainerstaaten des Pamirs sind vom Schmelzwasser der Gletscher abhängig, da es den Wasserstand in den Flüssen während Dürren und in trockenen Jahreszeiten aufrecht erhält. Aufgrund der Gletscherschmelze wird kurzfristig mehr, langfristig aber weniger Flusswasser zur Verfügung stehen.[30]
Diese Gletscher in Neuseeland haben sich in den letzten Jahren stark zurückgezogen.
Diese Gletscher in Neuseeland haben sich in den letzten Jahren stark zurückgezogen.

Neuseeland [Bearbeiten]

In Neuseeland, wo eine Fläche von 860 km2 vergletschert ist, befinden sich die Gebirgsgletscher seit 1890 allgemein im Rückgang. Seit 1920 hat sich der Rückgang beschleunigt. Die meisten Gletscher sind messbar dünner geworden, haben sich verkürzt und das Nährgebiet der Gletscher hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in höhere Lagen verschoben. So hat der Ivory-Gletscher zwischen 1971 und 1975 z. B. 30 m Länge verloren und seine Fläche ist gleichzeitig um etwa 26 % zurückgegangen. Seit den 1980ern haben sich unzählige kleine Gletscherseen hinter den Endmoränen vieler Gletscher gebildet. Satellitenbilder deuten darauf hin, dass sich diese Seen ausdehnen.

Einige Gletscher, erwähnenswert sind der Fox- und der Franz-Josef-Gletscher, haben sich periodisch, besonders in den 1990ern, ausgedehnt. Doch in der Gesamtbilanz des 20. Jahrhunderts ist dieses Wachstum gering. Diese großen, schnell fließenden Gletscher, die an steilen Abhängen liegen, reagieren stark auf kleine Änderungen. Auf einige Jahre mit günstigen Bedingungen, wie erhöhtem Schneefall oder kühleren Temperaturen, reagieren diese Gletscher sofort mit schnellem Wachstum. Doch enden diese günstigen Bedingungen, gehen sie wiederum ähnlich schnell zurück.[31] Die Ursache für das Wachstum einiger Gletscher an ein paar Orten war ein kurzzeitiger Wetterwechsel, verbunden mit dem El Niño. Dieser verursachte mehr Niederschlag und bewölktere, kühlere Sommer seit 2002.[32]

Nordamerika [Bearbeiten]
Der Lewis-Gletscher, North Cascades National Park nach dem Abschmelzen 1990
Der Lewis-Gletscher, North Cascades National Park nach dem Abschmelzen 1990

Gletscher in Nordamerika liegen hauptsächlich in den Rocky Mountains in den USA und Kanada. Darüber hinaus finden sich Gletscher in verschiedenen Gebirgszügen an der Pazifikküste zwischen dem Norden Kaliforniens und Alaska und einige kleine Gletscher verstreut in der Sierra Nevada in Kalifornien und Nevada (Grönland gehört zwar geologisch zu Nordamerika, wird aber aufgrund seiner Lage auch zur Arktis gezählt). Insgesamt ist in Nordamerika eine Fläche von etwa 276.000 km2 vergletschert. Bis auf einige Gletscher, wie den Taku-Gletscher, die ins Meer münden, gehen praktisch alle Gletscher in Nordamerika zurück. Seit Anfang der 1980er-Jahre hat sich die Abschmelzgeschwindigkeit drastisch erhöht und in jeder Dekade schwanden die Gletscher schneller als in der vorherigen.

An der Westküste Nordamerikas verläuft die Kaskadenkette von Vancouver (Kanada) bis in den Norden Kaliforniens. Abgesehen von Alaska stellen die mehr als 700 Gletscher der nördlichen Kaskaden (zwischen der Kanadischen Grenze und der Interstate 90 in Zentral-Washington) etwa die Hälfte der vergletscherten Fläche der USA. Diese Gletscher beinhalten so viel Wasser wie alle Seen und Reservoirs im Staat Washington zusammen. Außerdem versorgen sie viele Flüsse und Bäche in den trockenen Sommermonaten mit Wasser in einer Menge von etwa 870.000 m³.
Der Boulder-Gletscher hat sich zwischen 1987 und 2005 um 450 m zurückgezogen
Der Boulder-Gletscher hat sich zwischen 1987 und 2005 um 450 m zurückgezogen
Der Easton Gletscher verlor zwischen 1990 und 2005 255 m Länge
Der Easton Gletscher verlor zwischen 1990 und 2005 255 m Länge

Bis 1975 wuchsen noch viele Gletscher in den Nord-Kaskaden aufgrund von kühlerem Wetter und gestiegenem Niederschlag zwischen 1944 und 1976. Doch seit 1987 schwinden alle Gletscher der Nord-Kaskaden und die Geschwindigkeit des Rückgangs hat sich seit Mitte der 1970er jedes Jahrzehnt erhöht. Zwischen 1984 und 2005 haben die Gletscher im Durchschnitt mehr als 12,5 m an Dicke und zwischen 20 und 40 % ihres Volumens verloren.[33]

Seit 1985 sind alle 47 beobachteten Gletscher der Nord-Kaskaden zurückgegangen. Der Spider-Gletscher, der Lewis-Gletscher (siehe Bild), der Milk Lake-Gletscher und der David-Gletscher sind sogar komplett verschwunden. Besonders stark schmolz auch der White Chuck-Gletscher: Seine Fläche verringerte sich von 3,1 km² in 1958 auf 0,9 km² in 2002. Ähnlich der Boulder-Gletscher an der südöstlichen Flanke des Mount Baker: Er verkürzte sich um 450 m von 1978 bis 2005. Dieser Rückgang ereignete sich in einer Periode mit verringertem winterlichen Schneefall und höheren Sommertemperaturen. Die winterliche Schneedecke hat in den Kaskaden seit 1946 um 25 % abgenommen und die Temperaturen haben im gleichen Zeitraum um 0,7 °C zugenommen. Die Schneedecke hat abgenommen, obwohl die winterlichen Niederschläge leicht zugenommen haben. Durch die wärmeren Temperaturen fällt dieser Niederschlag jedoch vermehrt als Regen und dadurch schmelzen die Gletscher sogar in den Wintern. Im Jahr 2005 befanden sich 67 % der Gletscher in den nördlichen Kaskaden in einem Ungleichgewicht und werden daher die Fortdauer der gegenwärtigen Bedingungen nicht überleben. Diese Gletscher werden eventuell sogar dann verschwinden, wenn die Temperaturen sinken und der Schneefall wieder zunehmen sollte. Es wird erwartet, dass sich die restlichen Gletscher stabilisieren, auch wenn das Klima weiterhin so warm bleibt. Allerdings wird ihre Fläche dann stark abgenommen haben.[34][35]

Auch die Gletscher des Glacier Nationalparks in Montana schwinden rasant. Die Ausdehnung jedes Gletschers wurde durch den National Park Service und das US Geological Survey jahrzehntelang abgebildet. Durch den Vergleich von Fotografien aus der Mitte des 19. Jahrhunderts mit aktuellen Bildern gibt es viele Beweise, dass die Gletscher des Nationalparks seit 1850 deutlich zurückgegangen sind. Die größeren Gletscher nehmen heute etwa ein Drittel der Fläche ein, die sie 1850 zum Zeitpunkt ihrer ersten Untersuchung noch eingenommen hatten. Eine Vielzahl kleinerer Gletscher ist sogar vollständig geschmolzen. 1993 nahmen die Gletscher des Nationalparks nur noch eine Fläche von knapp 27 km² ein. 1850 waren es noch etwa 99 km² gewesen.[36] Bis 2030 wird der Großteil des Gletschereises im Glacier Nationalpark vermutlich verschwunden sein, auch wenn die gegenwärtige Klimaerwärmung aufhörte und die Temperaturen wieder abnähmen.[37] Der unten abgebildete Grinnell-Gletscher ist nur ein Gletscher von vielen, die über mehrere Jahrzehnte gründlich mit Fotografien dokumentiert wurden. Die Fotografien demonstrieren deutlich den Rückgang des Gletschers seit 1938.

1938 T. J. Hileman GNP 1981 Carl Key (USGS) 1998 Dan Fagre (USGS) 2005 Blase Reardon (USGS)

Weiter südlich im Grand-Teton-Nationalpark in Wyoming gibt es trotz semiariden Klimas etwa ein Dutzend kleine Gletscher. Sie alle gingen während der letzten 50 Jahre zurück. Der Schoolroom-Gletscher, der etwas südwestlich des Grand Teton (4.197 m), des höchsten Bergs des Grand-Teton-Nationalparks, liegt, wird vermutlich bis 2025 abgeschmolzen sein.[38] Untersuchungen zeigen, dass die Gletscher des Bridger-Teton National Forest und des Shoshone National Forest der Wind River Bergkette (Wyoming) zwischen 1950 und 1999 etwa ein Drittel ihrer Größe eingebüßt haben. Und Fotografien belegen gar, dass die Gletscher seit den späten 1890ern etwa die Hälfte ihrer Größe verloren haben. Die Geschwindigkeit des Gletscherrückgangs hat sich zudem erhöht: In den 1990ern zogen sich die Gletscher schneller als in jedem vorherigen Jahrzehnt der letzten 100 Jahre zurück. Der Gannett-Gletscher am nordöstlichen Hang des Gannett Peaks, des höchste Bergs Wyomings (4.207 m), ist der größte Gletscher der Rocky Mountains südlich Kanadas. Seit 1929 hat er über 50 % seines Volumens verloren. Die Hälfte des Verlusts fand seit 1980 statt. Die übrigen Gletscher Wyomings werden wahrscheinlich bis Mitte des Jahrhunderts geschmolzen sein.[39]
Der Athabasca-Gletscher hat sich im letzten Jahrhundert um 1.500 m zurückgezogen
Der Athabasca-Gletscher hat sich im letzten Jahrhundert um 1.500 m zurückgezogen

Die Gletscher der kanadischen Rocky Mountains sind im Allgemeinen größer und weiter verbreitet als die Gletscher der Rocky Mountains in den USA. Der recht leicht erreichbare Athabasca-Gletscher geht vom 325 km² großen Columbia-Eisfeld aus. Seit dem späten 19. Jahrhundert hat der Gletscher 1.500 m Länge verloren. Zwischen 1950 und 1980 zog sich der Gletscher nur langsam zurück, seit 1980 ist die Geschwindigkeit des Rückgangs gestiegen. Der Pyto-Gletscher in Alberta, der sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schnell zurückzog, nimmt heute eine Fläche von 12 km² ein. Bis 1966 stabilisierte er sich und seit 1976 geht er wieder zurück.[40] Der Illecillewaet Gletscher im Glacier-Nationalpark in Britisch-Kolumbien hat sich, seit er 1887 zum ersten Mal fotografiert wurde, um etwa 2 km zurückgezogen.

In Alaska gibt es tausende Gletscher, von denen aber nur relativ wenige benannt sind. Einer von ihnen ist der Columbia-Gletscher in der Nähe von Valdez. Der Gletscher hat in den letzten 25 Jahren 15 km an Länge verloren. Von dem Gletscher kalben Eisberge in die Prince William Sound Bucht. Diese Eisberge waren eine Mitursache für die Exxon Valdez-Umweltkatastrophe. Beim Versuch, einem Eisberg auszuweichen, lief die Exxon Valdez auf das Bligh-Riff auf, und 40.000 Tonnen Rohöl liefen aus.[41] Ein weiterer, der Tyndall-Gletscher, hat sich seit den 1960ern um 24 km zurückgezogen, durchschnittlich also um mehr als 500 m jährlich.[42]
Der McCarty Gletscher des Harding Icefields 1909 und 2004. 2004 ist der Gletscher auf dem Bild nicht mehr zu erkennen.
Der McCarty Gletscher des Harding Icefields 1909 und 2004. 2004 ist der Gletscher auf dem Bild nicht mehr zu erkennen.

Nördlich Juneaus, der Hauptstadt des Bundesstaates Alaska, befindet sich die 3.900 km2 große Juneau-Eiskappe. Seit 1946 werden die Auslassgletscher der Eiskappe im Rahmen des „Juneau Icefield Research Program" beobachtet. Von den 18 Gletschern der Eiskappe gehen 17 zurück und einer, der Taku-Gletscher, wächst. 11 der Gletscher sind seit 1948 um mehr als 1 km zurückgegangen, darunter der Antler-Gletscher (5,6 km), der Gilkey-Gletscher (3,5 km), der Norris-Gletscher (1,1 km) und der Lemon-Creek-Gletscher (1,5 km).[43] Der Taku-Gletscher wächst seit 1890: Zwischen 1890 und 1948 wuchs er um etwa 5,3 km und seit 1948 bisher um ca. 2 km.

Auf der Kenai-Halbinsel im südlichen Alaska beheimatet das etwa 1.800 km² große Harding Icefield mehr als 38 Gletscher. Die meisten Gletscher dieses Eisfeldes haben seit 1973 an Länge verloren. Einer von ihnen ist der McCarty-Gletscher. Dieser zog sich zwischen 1909 und 2004 um etwa 20 km zurück. Seine maximale Ausdehnung erreichte der Gletscher um 1850; etwa 0,5 km länger als 1909.[44] Der größte Teil des beobachteten Rückzugs geschah vor 1964 und in den 1970ern dehnte sich der Gletscher aufgrund kühlerer Klimabedingungen sogar etwas aus. Zwischen 1986 und 2002 verlor er ca. 306 m an Länge. Stark ging auch der Skilak-Gletscher zurück: Zwischen 1973 und 2002 zog sich dieser Gletscher, der in einen See mündet, um etwa 3,8 km zurück. Insgesamt verlor das Eisfeld zwischen 1986 und 2002 78 km2 vergletscherte Fläche.[45]

Mithilfe von Fernerkundungstechnologien (Laser-Höhenmessung) wurden in Alaska zwischen Mitte der 1950er und Mitte der 1990er starke Dickenverluste von Gletschern gemessen: Die 67 untersuchten Gletscher büßten im Durchschnitt 0,52 Meter Dicke pro Jahr während des Messzeitraums ein. Hochgerechnet auf alle Gletscher Alaskas kam es demnach zu Volumenverlusten von 52 ± 15 km3 Eis pro Jahr. Zwischen Mitte der 1990er und 2001 wurden 28 Gletscher weiter beobachtet. Sie verloren pro Jahr durchschnittlich 1,8 m Dicke. Die Schmelze der Gletscher hat sich also beschleunigt. Wiederum hochgerechnet auf alle Gletscher in Alaska bedeutet dies ein Volumenverlust von 96 ± 35 km3 pro Jahr.[46]

Patagonien [Bearbeiten]
Der San Rafael-Gletscher 1990 und 2000
Der San Rafael-Gletscher 1990 und 2000

In Patagonien, einer über 900.000 km2 großen Region in Südamerika, die sich über die südlichen Anden Chiles und Argentiniens erstreckt, lässt sich ein weltweit unvergleichbar schnelles Abschmelzen der Gletscher beobachten.[47] Wissenschaftler glauben, dass, sofern die gegenwärtigen Bedingungen anhalten, einige der Eiskappen in den Anden bis 2030 verschwunden sein werden. Das Northern Patagonian Ice Field etwa, ein Teil der patagonischen Eiskappe, verlor zwischen 1945 und 1975 circa 93 km2 vergletscherte Fläche. Zwischen 1975 und 1996 hat es weitere 174 km2 verloren, was auf eine sich beschleunigende Abschmelzgeschwindigkeit hindeutet. Der San Rafael-Gletscher, einer der Gletscher dieser Eiskappe, zog sich seit Ende des 19. Jahrhunderts um rund 10 km zurück. Die letzten 3.000–5.000 Jahre blieb er dagegen relativ stabil. Auch die Gletscher des Southern Patagonian Ice Field gehen fast alle zurück: 42 Gletscher schwanden, vier blieben konstant und zwei wuchsen zwischen 1944 und 1986. Am stärksten zog sich der O'Higgins-Gletscher mit 14,6 km zwischen 1975 und 1996 zurück.[48] Der 30 km lange Perito-Moreno-Gletscher ist einer der wenigen Gletscher, die gewachsen sind. Zwischen 1947 und 1996 verlängerte er sich um insgesamt 4,1 km. Derzeit befindet er sich in einem Gleichgewichtszustand, zeigt also keine Längenveränderungen.[49]

Tropische Gletscher [Bearbeiten]
Die Wendekreise und der Äquator.
Die Wendekreise und der Äquator.

Tropengletscher befinden sich zwischen dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis. Die beiden Wendekreise verlaufen jeweils 2.600 km nördlich bzw. südlich des Äquators. Die tropischen Gletscher sind aus mehreren Gründen ausgesprochen ungewöhnliche Gletscher. Zum einen sind die Tropen der wärmste Bereich der Erde. Außerdem sind die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen gering, wobei die Temperaturen in den Tropen ganzjährig hoch sind. Folglich mangelt es an einer kalten Saison, in der Schnee und Eis akkumulieren können. Und schließlich gibt es in dieser Region nur wenige hohe Berge, auf denen es kalt genug ist, dass sich Gletscher bilden können. Alle Gletscher in den Tropen befinden sich auf isolierten Bergspitzen. Allgemein sind tropische Gletscher also kleiner als andere und reagieren somit empfindlicher und schneller auf Klimaveränderungen. Schon ein kleiner Temperaturanstieg wirkt sich daher unmittelbar auf Tropengletscher aus.[50]

Afrika [Bearbeiten]
Der Furtwängler-Gletscher auf dem Kilimandscharo
Der Furtwängler-Gletscher auf dem Kilimandscharo

Fast ganz Afrika befindet sich in den Tropen und Subtropen, so dass seine Gletscher auf zwei abgelegene Berggipfel und das Ruwenzori-Gebirge beschränkt sind. Insgesamt nehmen die Gletscher in Afrika eine Fläche von 10,7 km² ein. Der Kilimandscharo ist mit 5.895 m der höchste Berg Afrikas. Seit 1912 ist die Gletscherbedeckung des Kilimandscharo um 75 % zurückgegangen und das Volumen des Gletschereises hat gar um 80 % abgenommen.[51] Von 1984 bis 1998 hat sich ein Teil der Gletscher um ca. 300 m zurückgezogen.[52] Bleibt diese hohe Abschmelzrate erhalten, werden die Gletscher auf dem Kilimandscharo zwischen 2015 und 2020 verschwunden sein.[53] Im März 2005 stellte ein Bericht fest, dass kaum noch Gletschereis auf dem Berg vorhanden war und dass zum ersten mal seit 11.000 Jahren Teile des kargen Berggipfels eisfrei geworden waren.[54] Als Ursache für den Rückgang des Gletschers wird vor allem ein beträchtlicher Rückgang der Niederschlagsmenge am Kilimandscharo seit 1880 genannt.[55][56] Diese Erklärung allein ist jedoch unbefriedigend. Aus historischen Aufzeichnungen wird ersichtlich, dass um 1880 außergewöhnlich viel Niederschlag fiel, jedoch vor 1860 Mengen vorkamen, wie sie auch im 20. Jahrhundert normal waren.[57] Der Gletscher existiert außerdem ohne Unterbrechung seit wenigstens 11.700 Jahren und hat seitdem einige besonders schwere Dürren überstanden, wie aus seinen Eisbohrkernen hervorgeht.[58]

In der Nähe des Kilimandscharo-Gipfels befindet sich der Furtwängler-Gletscher. Zwischen 1976 und 2000 hat seine Fläche von 113.000 m² auf 60.000 m² abgenommen.[53] Anfang 2006 fanden Wissenschaftler ein großes Loch in der Nähe des Gletschermittelpunkts. Dieses Loch, welches sich durch den noch 6 m dicken Gletscher bis auf den Felsuntergrund erstreckt, wird vermutlich weiter anwachsen und den Gletscher 2007 in zwei Teile teilen.[51]

Nördlich des Kilimandscharo liegt der Mount Kenya. Dieser ist mit 5.199 m der zweithöchste Berg Afrikas. Auf dem Berg liegen einige kleine Gletscher, die mindestens 45 % ihrer Masse seit Mitte des 20. Jahrhunderts verloren haben. Nach Untersuchungen des US Geological Surveys (USGS) gab es 1900 18 Gletscher auf dem Mount Kenya. 1986 waren davon noch 11 übriggeblieben. Die gesamte von Gletschern bedeckte Fläche hat von 1,6 km² 1990 auf 0,4 km² 2000 abgenommen.[59]

Westlich des Kilimandscharo und des Mount Kenya erhebt sich das Ruwenzori-Gebirge auf bis zu 5.109 m. Fotografien belegen einen deutlichen Rückgang der mit Eis bedeckten Flächen im letzten Jahrhundert. Um 1900 gab es auf dem Gebirge noch ein Gletschergebiet von 6,5 km2. Dieses ist bis 1987 auf etwa 2 km2 und 2003 bis auf ca. 0,96 km2 zusammengeschmolzen. Zukünftig könnten die Gletscher des Ruwenzori-Gebirges aber aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit der Kongo-Region langsamer zurückgehen als die Gletscher des Kilimandscharo und des Mount Kenya.[60] Dennoch wird ein vollständiges Abschmelzen der Gletscher innerhalb der nächsten zwei Dekaden erwartet.[61]

Lateinamerika [Bearbeiten]

Auch in Südamerika stellen Glaziologen einen Gletscherrückgang fest. Mehr als 80 % des Gletschereises der nördlichen Anden ist in kleinen Gletschern von jeweils etwa einem km² Fläche auf die höchsten Berggipfel verteilt. Zwischen 1992 und 1998 wurden der Chacaltaya-Gletscher in Bolivien und der Antizana-Gletscher in Ecuador beobachtet. Beide Gletscher verloren jährlich zwischen 0,6 und 1,4 m Eis. Im gleichen Zeitraum hat der Chacaltaya-Gletscher 67 % seines Volumens und 40 % seiner Dicke verloren. Seit 1940 ist seine Masse um insgesamt 90 % zurückgegangen. 2005 nahm er nicht mal mehr eine Fläche von 0,01 km² ein, 1940 waren es noch 0,22 km².[62] Noch vor 2010 wird der Gletscher voraussichtlich komplett geschmolzen sein. Seit Mitte der 1980er hat sich zudem die Rückzugsgeschwindigkeit beider Gletscher erhöht.[63]
Eiskappe auf dem Puncak Jaya 1936
Eiskappe auf dem Puncak Jaya 1936
Gletscher auf dem Puncak Jaya 1972. Von links nach rechts: die Northwall Firn, der Meren-Gletscher und der Carstensz-Gletscher; USGS. Mitte 2005 und Animation
Gletscher auf dem Puncak Jaya 1972. Von links nach rechts: die Northwall Firn, der Meren-Gletscher und der Carstensz-Gletscher; USGS. Mitte 2005 und Animation

Weiter südlich, in Peru, erreichen die Anden größere Höhen (Cordillera Blanca). Hier befinden sich etwa 722 Gletscher, die zusammen eine Fläche von 723 km² bedecken. Die Forschung in dieser Region ist zwar weniger umfassend, doch auch sie deutet auf einen allgemeinen Gletscherrückgang um etwa 7 % von 1977 bis 1983 hin.[64] Zwischen 1970 und 1997 sind schätzungsweise sogar 110 km², also etwa 15 % der Gletscherfläche, verloren gegangen.

Dort befindet sich auch die 44 km2 große Quelccaya-Eiskappe, die weltweit größte tropische Eisdecke. Von ihr gehen mehrere Gletscher aus, die alle schwinden. Der größte Gletscher, der Qori Kalis-Gletscher, ging zwischen 1995 und 1998 pro Jahr um 155 m zurück. Zwischen 2000 und 2002 ging er gar um etwa 200 m pro Jahr zurück. Das schmelzende Eis bildet seit 1983 einen großen Gletschersee.[65] Die gesamte Eiskappe hat seit 1978 etwa 20 % ihrer Fläche verloren. Proben nicht fossilisierter Pflanzen, die beim Rückgang der Eiskappe zum Vorschein gekommen sind, deuten darauf hin, dass die Eiskappe zuletzt vor mehr als 5.200 Jahren kleiner als heute war.[66] Bleiben die gegenwärtigen Bedingungen bestehen, wird die Eiskappe laut Lonnie Thompson in etwa 50 Jahren komplett geschmolzen sein.[67]

Neuguinea [Bearbeiten]

Auch auf der mit 771.900 km² zweitgrößten Insel der Erde, Neuguinea, die nördlich von Australien liegt, gibt es fotografische Beweise für einen massiven Gletscherschwund seit der ersten großen Erkundung der Insel per Flugzeug in den 1930er-Jahren. Aufgrund der Lage der Insel in den Tropen schwanken die Temperaturen im Jahresverlauf kaum. Auch die Regen- und Schneemenge ist stabil, ebenso die Wolkenbedeckung. Während des 20. Jahrhunderts gab es keine merklichen Veränderungen der Niederschlagsmengen. Dennoch hat sich die mit 7 km² größte Gletscherdecke auf dem Puncak Jaya, dem mit 4.884 m höchsten Berg der Insel, verkleinert: Die 1936 geschlossene Eisdecke hat sich auf mehrere kleinere Gletscher aufgeteilt. Von diesen Gletschern zogen sich der Meren- und der Carstenszgletscher zwischen 1973 und 1976 um 200 m bzw. 50 m zurück. Auch die Northwall Firm, ein weiterer großer Rest der Eiskappe auf dem Puncak Jaya, spaltete sich seit 1936 in mehrere Gletscher. Das Ausmaß der Gletscherschmelze in Neuguinea wurde 2004 durch Bilder des Satelliten IKONOS deutlich. Zwischen 2000 und 2002 verloren die East Northwall Firm demnach 4,5 %, die West Northwall Firm 19,4 % und der Carstensz-Gletscher 6,8 % ihrer Masse. Der Meren-Gletscher verschwand irgendwann zwischen 1994 und 2000 sogar völlig.[68] Auf dem Gipfel des Puncak Trikora, mit 4.750 m Höhe der zweithöchste Berg Neuguineas, existierte ebenfalls eine kleine Eisdecke, die allerdings schon zwischen 1939 und 1962 vollständig verschwand.[69]

Polare Regionen [Bearbeiten]
Die Lage der Polargebiete.
Die Lage der Polargebiete.

Trotz ihrer Wichtigkeit für den Menschen enthalten die Gebirgs- und Talgletscher der mittleren Breite und der Tropen nur einen geringen Anteil des Gletschereises auf der Erde. Etwa 99 % allen Süßwassereises befindet sich in den großen polaren und subpolaren Eisschilden der Antarktis und Grönlands. Diese kontinentalen Eisschilde, die 3 km dick oder dicker sind, bedecken einen Großteil der polaren und subpolaren Landmassen. Wie Flüsse aus einem riesigen See fließen zahlreiche Gletscher vom Rand der Eisschilde in den Ozean und transportieren dabei riesige Mengen Eis.

In den vergangenen Jahren wurde die Beobachtung und Messung von Eisschilden erheblich verbessert. 1992 noch ging man davon aus, dass die jährliche Massenbalance beispielsweise der Antarktis in einer Bandbreite von −600 Gt bis zu +500 Gt liege. Heute sind die Schätzwerte wesentlich präziser. Die Eisschilde von Grönland und der Antarktis verlieren aktuell zusammen etwa 125 Gigatonnen an Masse pro Jahr. Dabei beiträgt der Verlust Grönlands 100 Gt und der der Westantarktis 50 Gt. Die Ostantarktis nimmt etwa 25 Gt an Masse zu.[70] Die verbesserten Beobachtungen können also die gegenwärtige Lage recht präzise erfassen. Probleme bereiten der Wissenschaft heutzutage vor allem unverstandene Dynamiken in Eisschilden und Gletschern. Diese machen eine verlässliche Modellierung von Veränderungen in der Zukunft sehr schwierig.[71]

Antarktis [Bearbeiten]
Der Larsen B-Eisschelf zerbricht. Im Bild dargestellt ist der US-Bundesstaat Rhode Island mit seiner Fläche von 4.005 km2 zum Vergleich.
Der Larsen B-Eisschelf zerbricht. Im Bild dargestellt ist der US-Bundesstaat Rhode Island mit seiner Fläche von 4.005 km2 zum Vergleich.

In der Antarktis erhöhte sich die mittlere Temperatur seit dem 19. Jahrhundert um geschätzte 0,2 °C.[72] Die erste vollständige Schwerkraft-Analyse über den gesamten antarktischen Eisschild zeigte, dass im Beobachtungszeitraum zwischen April 2002 und August 2005 der jährliche Verlust an Eismasse durchschnittlich 152 (± 80) km3 betrug.[73] Bei den Niederschlägen lässt sich zwar eine erhebliche Variabilität, jedoch kein eindeutiger Trend feststellen. Wird der gesamte Kontinent betrachtet, besteht wenigstens seit den 1950er-Jahren keine dauerhafte und signifikante Veränderung des Schneefalls. Zwischen 1985 und 1994 war besonders im Innern der Antarktis die Niederschlagsmenge gestiegen, während sie in den Küstengebieten teilweise abgenommen hatte. Dieser Trend kehrte sich dann praktisch exakt um, so dass zwischen 1995 und 2004 bis auf drei exponierte Regionen fast überall weniger Schnee fiel, stellenweise bis zu 25 %.[74]

Besonders drastisch wurde der Eisverlust der Antarktis deutlich bei der Auflösung großer Teile des Larsen-Schelfeises. Genau betrachtet besteht das Larsen-Schelfeis aus drei einzelnen Schelfen, die verschiedene Bereiche an der Küste bedecken. Diese werden (von Nord nach Süd) Larsen A, Larsen B und Larsen C genannt. Larsen A ist der kleinste und Larsen C der größte der Schelfe. Larsen A löste sich bereits im Januar 1995 auf, Larsen C ist derzeit anscheinend stabil. Die Auflösung des Larsen-B-Schelfs wurde zwischen dem 31. Januar und dem 7. März 2002 festgestellt, an dem er mit einer Eisplatte von 3.250 Quadratkilometer Fläche endgültig abbrach. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Schelf während des gesamten Holozäns für über 10.000 Jahre stabil. Demgegenüber bestand der Larsen-A-Schelf erst seit 4.000 Jahren.[75]

Der Pine Island-Gletscher im Westen der Antarktis, der in die Amundsen-See fließt, verdünnte sich von 1992 bis 1996 um 3,5 ± 0,9 m pro Jahr und hat sich im gleichen Zeitraum um etwa 5 km zurückgezogen. [76] Auch der benachbarte Thwaites Gletscher verliert an Masse und Länge.[77] Und auch am Dakshin Gangotri-Gletscher lässt sich ein Rückgang beobachten: Zwischen 1983 und 2002 zog er sich pro Jahr durchschnittlich um 0,7 m zurück. Auf der Antarktischen Halbinsel, dem einzigen Teil der Antarktis, der über den südlichen Polarkreis hinausragt, befinden sich hunderte zurückgehende Gletscher. Eine Studie untersuchte 244 Gletscher der Halbinsel. 212 oder 87 % der Gletscher gingen zurück und zwar im Durchschnitt um insgesamt 600 m von 1953 bis 2003. Am stärksten zog sich der Sjogren Gletscher mit etwa 13 km seit 1953 zurück. 32 der untersuchten Gletscher wuchsen. Das durchschnittliche Wachstum betrug 300 m pro Gletscher und ist damit deutlich geringer als der massive beobachtete Rückgang.[78]

Island [Bearbeiten]

Auf Island liegt die 8.100 km² große Vatnajökull-Eiskappe. Der Breiðamerkurjökull-Gletscher, einer der Gletscher der Vatnajökull-Eiskappe, hat sich zwischen 1973 und 2004 um 2 km verkürzt. Anfang des 20. Jahrhunderts erstreckte sich der Gletscher bis 250 m in den Ozean hinein. Bis 2004 hat sich das Ende des Gletschers drei Kilometer landeinwärts zurückgezogen. Dadurch hat sich eine schnell wachsende Lagune gebildet, in der sich Eisberge befinden, die vom Gletscher abbrechen („kalben“). Die Lagune ist etwa 110 m tief und hat ihre Größe zwischen 1994 und 2004 nahezu verdoppelt. Seit 2000 gehen von den 40 Gletschern der Vatnajökull-Eiskappe alle bis auf einen zurück.[79] In Island gingen von 34 untersuchten Gletschern zwischen 1995 und 2000 mit 28 der Großteil zurück, vier waren stabil und zwei wuchsen.[80]

Kanadisch-arktischer Archipel [Bearbeiten]

Auf den Kanadisch-arktischen Archipeln gibt es etliche beachtliche Eiskappen. Dazu zählen die Penny- und Barneseiskappen auf der Baffininsel (mit 507.451 km² die fünftgrößte Insel der Welt), die Byloteiskappe auf der Bylot-Insel (11.067 km²) und die Devoneiskappe auf der Devon-Insel (55.247 km²). Diese Eiskappen verdünnen sich und ziehen sich langsam zurück. Die Penny- und Barneseiskappen haben sich zwischen 1995 und 2000 jährlich in geringeren Höhen (unter 1.600 m) um über 1 m verdünnt. Insgesamt haben die Eiskappen der kanadischen Arktis zwischen 1995 und 2000 jährlich 25 km³ Eis verloren.[81] Zwischen 1960 und 1999 hat die Devoneiskappe hauptsächlich durch Verdünnung 67 ± 12 km³ Eis verloren. Die Hauptgletscher, die vom Rand der östlichen Devoneiskappe ausgehen, haben sich seit 1960 um 1–3 km zurückgezogen.[82] Die Simmoneiskappe auf dem Hazen-Hochland auf der Ellesmere-Insel hat seit 1959 47 % ihrer Fläche eingebüßt.[83] Bleiben die gegenwärtigen Bedingungen bestehen, so wird das verbleibende Gletschereis auf dem Hazen-Hochland um 2050 verschwunden sein.

Spitzbergen [Bearbeiten]

Nördlich Norwegens befindet sich die Insel Spitzbergen des Svalbard-Archipels zwischen dem Nordatlantik und dem Arktischen Ozean, die von vielen Gletschern bedeckt ist. Der Hansbreen-Gletscher auf Spitzbergen z. B. zog sich zwischen 1936 und 1982 um 1,4 km zurück. Weitere 400 m Länge verlor er zwischen 1982 und 1998.[84] Auch der Blomstrandbreen hat sich verkürzt: In den vergangenen 80 Jahren hat die Länge des Gletschers um etwa 2 km abgenommen. Seit 1960 zog er sich durchschnittlich mit 35 m pro Jahr zurück, wobei sich die Geschwindigkeit seit 1995 erhöht hat.[85] Der Midre Lovenbreen-Gletscher hat zwischen 1997 und 1995 200 m Länge verloren.[86]

Grönland [Bearbeiten]
Satellitenaufnahme des Jakobshavn Isbræ. Die farbigen Linien markieren den fortschreitenden Rückzug der Kalbungsfront des westgrönländischen Gletschers seit 1850 bis 2003.
Satellitenaufnahme des Jakobshavn Isbræ. Die farbigen Linien markieren den fortschreitenden Rückzug der Kalbungsfront des westgrönländischen Gletschers seit 1850 bis 2003.

Die Temperaturen im Süden der größten Insel der Welt sind seit Mitte des 20. Jahrhunderts besonders stark gestiegen, nämlich um 2,5 °C. In der Folge kam es zu rapiden Veränderungen in der Dynamik der grönländischen Gletscher. Im Vergleich von Messungen aus dem Zeitraum von 2002 bis 2004 hat sich die Gletscherschmelze zwischen 2004 und 2006 verdoppelt, also in nur zwei Jahren. Der Massenverlust in Grönland beträgt nach verschiedenen Messungen zwischen 239 ± 23 km3 und 224 ± 41 km3 pro Jahr.[87] Besonders deutlich wurde dieser Verlust im Jahr 2005, als an der Ostküste Grönlands eine neue Insel namens Uunartoq Qeqertoq (auf englisch Warming Island) entdeckt wurde. Nachdem eine große Menge Festlandeis geschmolzen war stellte sich heraus, dass es sich bei Uunartoq Qeqertoq nicht um eine mit dem Festland verbundene Halbinsel handle, wie zuvor angenommen worden war.

An einzelnen Gletschern Grönlands zeigt sich eine überraschende Dynamik. Zwei der größten Gletscher der Insel, der Kangerdlugssuaq und der Helheim, die zusammen 35 % zum Massenverlust Ostgrönlands in den vergangenen Jahren beigetragen haben, wurden von einem Team um den Glaziologen Ian Howat detaillierter untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Schmelzrate der beiden Gletscher zwischen 2004 und 2005 verdoppelt hatte. Bis 2006 war der Massenverlust dann wieder auf den Wert von 2004 zurückgegangen.[88] Ein solches Verhalten war von Gletschern bislang unbekannt, und es verdeutlicht die Ungewissheit, mit welcher Geschwindigkeit der grönländische Eisschild in den nächsten Jahrzehnten weiter abtauen wird.

Folgen [Bearbeiten]

Unter den Folgen der weltweiten Gletscherschmelze werden hier diejenigen beiden Kernprobleme näher beschrieben, die am empfindlichsten in das natürliche Ökosystem eingreifen und die für die Lebensbedingungen eines noch kaum abschätzbaren Anteils der Weltbevölkerung künftig maßgeblich beeinflussen dürften: der Anstieg des Meeresspiegels und Wassermangel. Auswirkungen anderer Art, etwa solche auf den Gletschertourismus, sind demgegenüber von nachgeordneter Bedeutung.

Anstieg des Meeresspiegels [Bearbeiten]

Hauptartikel: Meeresspiegelanstieg

Zwischen 1993 und 2003 stieg der Meeresspiegel um 3,1 mm pro Jahr, bei einer Fehlergrenze von ± 0,7 mm.[89] Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen IPCC schätzt in seinem 2007 veröffentlichten Vierten Sachstandsbericht, dass der grönländische Eisschild mit 0,21 (± 0,07) mm und die Antarktis mit 0,21 (± 0,35) mm zum bislang beobachtbaren Meeresspiegelanstieg beigetragen haben. Schmelzende Gletscher haben mit 0,77 (± 0,22) mm hierbei einen wesentlichen Anteil. Nach verschiedenen Szenarien des IPCC sind bis 2100 Erhöhungen des Meeresspiegels zwischen 0,19 m und 0,58 m möglich, ein Wert der ausdrücklich ohne den möglicherweise ansteigenden Beitrag von den schwer zu modellierenden Eisschilden Grönlands und der Antarktis ausgeht.[7]
Der gemessene Anstieg des Meeresspiegels zwischen 1900 und 2000 beträgt 18,5 cm und erhöht sich weiter.
Der gemessene Anstieg des Meeresspiegels zwischen 1900 und 2000 beträgt 18,5 cm und erhöht sich weiter.

Ein im Laufe des 21. Jahrhunderts als unwahrscheinlich erachtetes vollständiges Abschmelzen des grönländischen Eisschildes würde den Meeresspiegel um etwa 7,2 m anheben. Die 25,7 Millionen km³ Eis der Antarktis würden den Meeresspiegel gar um ca. 61,1 m ansteigen lassen. Die weltweit knapp 160.000 Gletscher beinhalten mit einem Volumen von 80.000 km³ etwa so viel Wasser wie die 70 Eiskappen (100.000 km³) und könnten so den Meeresspiegel um 24 cm (Eiskappen: 27 cm) steigen lassen.[90]

Auch ohne das Verschwinden der Eisschilde sind die Folgen für die betroffenen Menschen dramatisch. Zu den Ländern, die durch einen Anstieg des Meeresspiegels am stärksten gefährdet sind, gehören Bangladesch, Ägypten, Pakistan, Indonesien und Thailand, die alle eine große und relativ arme Bevölkerung aufweisen.[91] So leben z. B. in Ägypten rund 16 % der Bevölkerung (ca. 12 Millionen Menschen) in einem Gebiet, das schon bei einem Anstieg des Meeresspiegels von 50 cm überflutet werden würde, und in Bangladesch wohnen über zehn Millionen Menschen nicht höher als 1 m über dem Meeresspiegel.[92] Bei einem Meeresspiegelanstieg um 1 m müssten nicht nur sie, sondern insgesamt 70 Millionen Menschen in Bangladesch umgesiedelt werden. Außerdem würde sich durch den Landverlust und die Erhöhung des Salzgehaltes im Boden die Reisernte halbieren mit schweren Folgen für die Nahrungssicherheit.[93] In Europa sind die zu großen Teilen unter dem Meeresspiegel liegenden Niederlande besonders stark gefährdet, aber auch die übrige Nordseeküste und Großstädte wie Hamburg und London sähen sich erheblichen Überschwemmungsrisiken ausgesetzt.

Ohne Gegenmaßnahmen würden bei einem Anstieg des Meeresspiegels um 1 m weltweit 150.000 km² Landfläche dauerhaft überschwemmt werden, davon 62.000 km² küstennaher Feuchtgebiete. 180 Millionen Menschen wären betroffen, und 1,1 Billionen Dollar Schäden an zerstörtem Besitz wären nach heutigen Zahlen zu erwarten.[94]

Wassermangel [Bearbeiten]

Gletscher sind eine der Haupt-Trinkwasserquellen zahlreicher Städte, die besonders im Sommer von deren Schmelzwasser abhängig sind. Ein weitergehender Rückgang und lokales Verschwinden von Gletschern kann die Wasserversorgung der betroffenen Städte empfindlich beeinträchtigen, verbunden mit schweren Folgen für die umliegende Landwirtschaft und wasserintensive Industrien. Hiervon werden besonders asiatische Städte im Einzugsbereich des Himalaya und südamerikanische Siedlungen betroffen sein.

Die ecuadorianische Hauptstadt Quito beispielsweise erhält einen Teil ihres Trinkwassers aus einem rasch schrumpfenden Gletscher auf dem Vulkan Antizana. La Paz in Bolivien ist genauso wie viele kleinere Siedlungen abhängig vom Gletscherwasser. Große Teile der landwirtschaftlichen Wasserversorgung in der Trockenzeit werden durch Schmelzwasser sichergestellt.[95] Eine weitere Folge ist das Fehlen von Wasser in den Flüssen welche die zahlreichen Wasserkraftwerke des Kontinents antreiben. Die Geschwindigkeit der Veränderungen veranlasste die Weltbank bereits dazu, Anpassungsmaßnahmen für Südamerika ins Auge zu fassen.[96]

In Asien ist Wasserknappheit kein unbekanntes Phänomen. Ebenso wie weltweit, wird auch auf dem asiatischen Kontinent ein erheblicher Anstieg des Wasserverbrauchs erwartet. Dieser ansteigende Bedarf trifft in Zukunft auf immer weniger verfügbares Wasser aus den Gletschern des Himalaya. In Indien hängt die Landwirtschaft des gesamten Nordteils vom Schicksal der Gebirgsgletscher ab. Ebenfalls sind Indiens und Nepals Wasserkraftwerke bedroht, chinesische Feuchtgebiete könnten verschwinden und der Grundwasserpegel wird sinken.[97]

Ausbrüche von Gletscherseen [Bearbeiten]

Beim Abschmelzen der Gletscher brechen in Gebieten mit hoher Reliefenergie wie dem Himalaya oder den Alpen unablässig Felsen und Geröll ab. Dieses Geröll sammelt sich am Ende des Gletschers als Moräne und bildet einen natürlichen Wall. Der Wall verhindert das Abfließen des Schmelzwassers, so dass hinter ihm ein fortlaufend größer und tiefer werdender Gletschersee entsteht. Wird der Wasserdruck zu groß, kann der Wall plötzlich brechen, wobei große Mengen Wasser freigesetzt werden und katastrophale Überschwemmungen verursacht werden können (glacier lake outburst flood). Das Phänomen der Gletscherseeausbrüche ist zwar nicht neu, durch die Gletscherschmelze erhöht sich jedoch die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens in vielen Gebirgsregionen.[98] In Nepal, Bhutan und Tibet hat sich die Anzahl von Gletscherseeausbrüchen bereits von 0,38 pro Jahr in den 1950ern auf 0,54/Jahr in den 1990ern erhöht.[99]

In Nepal befinden sich gemäß topografischen Karten, Luftbildern und Satellitenaufnahmen 2323 Gletscherseen. In Bhutan wurden im Jahre 2002 insgesamt 2674 gezählt. Davon wurden 24 (in Nepal 20) für Menschen als potenziell gefährlich eingestuft, darunter der Raphstreng Tsho. 1986 war er Messungen zufolge 1,6 km lang, 0,96 km breit und 80 m tief. Bis 1995 wuchs der Gletschersee auf eine Länge von 1,94 km, eine Breite von 1,13 km und eine Tiefe von 107 m an. Ein in der Nähe liegender Gletschersee ist der Luggye Tsho; bei dessen Durchbruch 1994 verloren 23 Menschen ihr Leben.[100] In Nepal brach am 4. August 1985 der Dig Thso durch und verursachte eine bis zu 15 m hohe Flutwelle, die fünf Menschenleben forderte, 14 Brücken, ein kleines Wasserkraftwerk und viele Wohnhäuser zerstörte.[101] Zwischen 1985 und 1995 haben in Nepal weitere 15 größere Gletscherseen ihre Wälle durchbrochen.

Gegenmaßnahmen [Bearbeiten]

Umfang und Bedeutung des Gletscherrückgangs in Verbindung mit den zu beobachtenden und noch zu erwartenden teilweise drastischen Folgen verdeutlichen die Notwendigkeit, ihm mit Maßnahmen der Ressourcenkonservierung, steigender Wassereffizienz und besonders mit effektivem Klimaschutz entgegenzuwirken. Möglichkeiten zur besseren Ausnutzung des vorhandenen Wassers finden sich etwa in Methoden nachhaltiger Landwirtschaft,[102] während Klimaschutz auf die Einsparung von Treibhausgasen setzen muss, wie sie im Kyoto-Protokoll erstmals völkerrechtlich verbindlich festgelegt worden sind.

Auf örtlicher Ebene werden in der Schweiz neuerdings Möglichkeiten erprobt, dem Gletscher-Skitourismus eine Perspektive zu erhalten, indem man Gletscherareale zwischen Mai und September mit einem Spezialvlies gegen Sonneneinstrahlung und Wärmezufuhr großflächig abdeckt. Auf die begrenzten Zwecke bezogen, sind erste Versuche am Gurschengletscher erfolgreich verlaufen. Für das Phänomen der globalen Gletscherschmelze ist ein solcher Ansatz aber auch aus der Sicht des in die Aktivitäten am Gurschengletscher einbezogenen Glaziologen Andreas Bauder ohne Bedeutung.